Sankt Pantaleon Kirche Roxel
Kirchenschiff
Nachdem du den Turm, einen Ort des Totengedenkens, verlassen hast, trittst du unter der Orgelbühne hindurch in den Kirchenraum, der sein Licht aus großen Fenstern auf beiden Seiten erhält. Er besteht aus drei Schiffen gleicher Höhe und gehört damit zum Typ der für Westfalen typischen Hallenkirche. Die rechte, südliche Seite einer katholischen Kirche gilt traditionell als die Männerseite, die linke als Frauenseite. Entsprechend sind die Kapellen auf der rechten Seite zwei Männern, dem hl. Josef hinten und ursprünglich dem hl. Pantaleon vorne, und auf der linken Seite zwei Frauen, der Muttergottes Maria hinten und ihrer Mutter, der hl. Anna, vorne gewidmet. Die Kirche wurde von 1898 bis 1901 vom Büro der Brüder Hilger (1860-1918) und Bernhard (1862-1927) Hertel errichtet, nachdem ihr Vater Hilger d.Ä. (1831-1890) 1889 bereits die Tür zum Turm entworfen hatte. Die Hertels waren in Münster auch Architekten des Turms der Lambertikirche (Hilder d.Ä.), der Kreuzkirche und der Josefskirche; weitere Kirchenbauten von ihnen finden sich im ganzen Münsterland. Die Handwerker stammten außer aus Roxel vor allem aus Havixbeck und aus Münster.Quelle: Ursula Markfort, Die Sakralbauten der Baumeisterfamilie Hertel im Bistum Münster, Aachen 1996
Taufstein
Der Taufstein stammt aus der romanischen Zeit um 1170/1180. Er zeigt eine Darstellung von Christus, den Evangelistensymbolen und einem heiligen Bischof. Es wird vermutet, dass es sich bei dem dargestellten Bischof um Liudger handelt, den ersten Bischof von Münster und Schutzpatron der Kirche in Albachten und jetzt auch der Pfarrei Münster-West, zu der neben Roxel auch Albachten, Mecklenbeck und die Aaseestadt.gehöre. Die vier geflügelten Wesen, ein Engel, ein Löwe, ein Stier und ein Adler, sind dem Propheten Daniel in einer Vision erscheinen (Dan. 7,1-27). Später hat die Kirche sie auf die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes bezogen.; deshalb zeigen die vier Wesen hier jedes ein Buch. Das Relief war ursprünglich mit Schmucksteinen ausgelegt, die heute verloren sind. Der Taufstein gehört zu den schönsten romanischen Taufsteinen im Münsterland. Sein Platz in dieser Kirche war ursprünglich in der Kapelle nördlich des Turmes, der früheren Taufkapelle. Heute empfängt er die Besucherinnen und Besucher und soll sie an die Taufe erinnernQuellen: August Wittover, Denkwürdigkeiten der Pfarre Roxel, 1866, S. 7. Gunnar Teske, Die Pantaleon-Kirche in Roxel, 2001, S. 24.[i](https://wiki.muenster.org/index.php/Sankt_Pantaleon" target="_blank)
Pietà vom Hof Weerling
Das Vesperbild, auch Pietà genannt, zeigt die Gottesmutter Maria voller Schmerz mit ausgebreiteten Armen. Gehalten von ihrem linken Knie liegt zu ihren Füßen der gekreuzigte und vom Kreuz abgenommene tote Jesus. Die Dornenkrone ist ihm vom Kopf gefallen und liegt auf der Erde. Symbolisch dringt ein Schwert in Marias Herz, wie es Simeon bei der Darstellung des neu geborenen Jesus im Tempel angekündigt hatte (Lk. 2, 35). Das geschweifte Dach und die Voluten und Putten an den Seiten im Stil des Rokoko legen eine Datierung des Reliefs in die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts nahe. Möglicherweise stammt es aus der Werkstatt des Roxeler Bildhauers Johann Anton Wallenhorst. Das Relief befand sich ursprünglich als Bildstock auf dem Hof Weerling an der Straße nach Tilbeck kurz vor dem Bahnübergang. Es wurde 1982 von den Eigentümern dem Heimat- und Kulturkreis Roxel geschenkt, der es mit Unterstützung der kommunalen Denkmalpflege und der evangelischen Nicolaigemeinde restaurieren und dann in der Nicolaikirche aufstellen ließ. Nach dem Abbruch der Nicolaikirche hat der Bildstock nun hier seit 2022 eine neue Bleibe gefunden. Ein weiterer Bildstock befindet sich außen hinter dem Chor der Pantaleonkirche.
Der Kirchturm
Du stehst jetzt im Turm an der höchsten Stelle innerhalb des Ortes Roxel und zugleich im ältesten erhaltenen Gebäude des Ortes. Der Turm stammt wie viele ähnliche Kirchen im Münsterland aus der Zeit um 1180. Der damalige Bischof von Münster, Hermann II. von Katzenelnbogen (1172-1203), baute auf diese Weise seine Stellung als Bischof und zugleich weltlicher Landesherr aus. Der Turm diente als Wehrturm nicht nur dem Gottesdienst, sondern bot der Bevölkerung in Kriegszeiten auch Zuflucht. Eine Schießscharte an der Südseite - man kann sie vom Pfarrzentrum aus sehen - zeigt, dass man sich von dort aus auch aktiv verteidigen konnte. Ende 1944 wurde im unteren Turmgeschoss noch eine Betondecke eingezogen zum Schutz vor Luftangriffen Eine Treppe im Mauerwerk führt in den ersten Stock, auf dem sich seit dem Neubau Anfang des 20. Jahrhunderts die Orgelbühne befindet. Eine weitere Treppe in der diagonal gegenüberliegenden Mauer führt weiter in den nächsten Stock, wo heute noch das Uhrwerk der alten Turmuhr steht. Weiter in die Höhe geht es von jetzt an nur noch per Leiter. Die nächste Etage bildet den Raum mit den Schalllöchern, und im obersten Stockwerk hängen die drei Glocken: die Pantaleonglocke in e' von 1531, die Salvatorglocke in c' von 1693 und die zweite Pantaleonglocke in d' aus dem Jahr 1956. Auf der Kirchturmspitze steht der Wetterhahn von 1661, ein Geschenk des münster'schen Fürstbischofs Christoph Bernhard von Galen. Die Ausstattung des Erdgeschosses ist vornehmlich den Toten gewidmet. Auf der rechten Seite hängen Tafeln zu den Toten aus Roxel aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, während auf der linken Seite einige Grabdenkmäler, sog. Epitaphe, aus früheren Jahrhunderten zu sehen sind.
Grabplatte mit Darstellung des Toten
Der Gedenkstein gehört der Art der Darstellung nach in die Gründungszeit der Kirche. Er zeigt einen Laien, vermutlich einen Adeligen. Der Rand ist an den Seiten und unten mit einfachen Kreisen um einen Mittelpunkt verziert und trug ursprünglich oben eine Inschrift, von der nur noch die Buchstaben „_ _LDE_ _ _“ erhalten sind. Darunter sind noch Reste von Reliefs zweier Wolken zu erkennen. Da die Inschrift nicht eindeutig zu ergänzen ist und ein Wappen fehlt, bleibt unklar, um wen es sich handelt. Da die Wolken auf den Himmel weisen, handelt es sich vermutlich um einen der Stifter der Kirche aus der Familie der Herren von Koten.
Grabstein von 1645
Der Grabstein von 1645 Das linke Epitaph erinnert an Johann von Steveninck zu Brock, der am 15. Dezember 1645 verstorben ist. Es ist oben mit dem Wappen der Familie von Steveninck und an den Seiten mit Voluten und unten mit einem Engelskopf in barocken Formen verziert. Der Grabstein war ursprünglich außen an der Kirche angebracht. Vermutlich wurde er 1835, als der Friedhof um die Kirche aufgelöst und der jetzige Friedhof an der heutigen Tilbecker Straße angelegt wurde, zum Schutz vor Witterungseinflüssen in die damalige Kirche geholt. Das Zitat aus dem Römerbrief 8, 31-34 nach der Übersetzung von Martin Luther und das Gebet in deutscher Sprache zeigen, dass der Verstorbene – wie zu dieser Zeit noch viele Adelige im Münsterland – Protestant war. Da Protestanten damals noch dem julianischen Kalender und nicht dem heutigen gregorianischen Kalender folgten, fiel der Todestag vermutlich auf den 25. Dezember heutiger Zeitrechnung. Johann von Steveninck hat Haus Brock ca. 1 km westlich von Roxel in den 1620er-Jahren errichten lassen; erhalten sind davon heute noch das Torhaus und ein Turm.
Das Epitaph von 1643
Das rechte Epitaph erinnert an Maria Margarete von Bischopinck, die am 9. November 1643 verstorben ist. Maria Margareta war die Ehefrau von Johann von Steveninck zu Brock, dessen Epitaph links hängt; das Paar war mehr als 35 Jahre verheiratet. Das Epitaph ist von Johann von Steveninck in Auftrag gegeben worden, stammt auch wohl vom selben Bildhauer wie das linke Epitaph, ist aber viel aufwendiger gestaltet. Im Mittelpunkt steht ein Kruzifix über dem Schädel Adams. Um das Kruzifix herum stehen Texte des Apostels Paulus aus dem Römerbrief 14, 7f. und dem Philipperbrief 1,21 in der Übersetzung von Martin Luther sowie ein Zitat aus einem Kirchenlied von Joachim von Magdeburg aus dem Jahr 1572. Dies alles zeigt, dass die Verstorbene wie ihr Ehemann und viele Adelige der damaligen Zeit im Münsterland der protestantischen Konfession angehörte. Am linken Rand sind die Wappen der Vorfahren des Johann von Steveninck und auf der rechten Seite die Wappen der Vorfahren der Maria Margareta von Bischopinck über vier Generationen angegeben. Das Epitaph ist von einem Tympanon mit einem geflügelten Engelkopf bekrönt und an den Seiten mit weiteren geflügelten Engelsköpfen in Voluten verziert. Unter dem Sockel nennt eine Inschrift den Stifter. Da Protestanten damals noch dem julianischen und nicht dem heutigen gregorianischen Kalender folgten, fiel der Todestag vermutlich auf den 19. November heutiger Zeitrechnung. Johann von Steveninck und Maria Margareta von Bischopinck haben Haus Brock ca. 1 km westlich von Roxel in den 1620er-Jahren errichten lassen; erhalten sind davon heute noch das Torhaus mit den Wappen der beiden Eheleute und ein Turm. Zu Maria Margarete von Bischopinck und ihr Epitaph findest du weitere Informationen beim [Grabstein ihres Ehemannes](https://tours.3dsrv.de/tour/b7nf7t15xh?t=JkgCKyI3trc1&ta=1) links.
Das Epitaph von 1820
Das Epitaph auf dem Boden wurde, wie die lateinische Inschrift berichtet, errichtet für Johann Albert Joseph Graf von Buisseret zu Blaringhem, einem Ort an der Nordspitze Frankreichs, und seine kleinen Tochter Claire. Beide waren vor der Französischen Revolution nach Münster geflohen, wo 1799 erst die Tochter, dann am 2. März 1800 im 70. Lebensjahr auch der Vater starb. 20 Jahre später ließ der Sohn und Bruder den Grabstein in der alten Kirche über der Tür zur Sakristei einmauern. Wie sich August Wittover, Vikar zu Hülshoff, für seine 1866 erschienene Chronik berichten ließ, ging der Graf zur Erholung immer gern von Münster in Richtung seiner alten Heimat nach Roxel. Er hatte mit dem damaligen Pfarrer vereinbart, dass er nach seinem Tod in der Roxeler Kirche beigesetzt werden sollte. Die Tochter soll nach Wittovers Kenntnis in Albachten ihre letzte Ruhe gefunden haben. Nach einer offenbar späteren mündlichen Tradition der Familie Droste-Hülshoff sollen der Graf und seine beiden Kinder Claire und der Auguste 1793 Aufnahme in Hülshoff gefunden haben; dabei soll Claire nicht, wie auf dem Grabstein steht, ein Kind, sondern eine etwa 30-jährige junge Dame gewesen sein. Sie sollen die Vorbilder für den Baron Esch und seine Kinder in der von Levin Schücking und Annette von Droste-Hülshoff gemeinsam verfassten Novelle „Der Familienschild“ gewesen seinQuellen: August Wittover, Denkwürdigkeiten der Pfarre Roxel, 1866, S. 15-18. Wilderich Frh. Droste zu Hülshoff, 900 Jahre Droste zu Hülshoff, ²2022, S. 210..
Die Zierkapitelle
Das Gewölbe des Raumes wird von vier Eckvorlagen getragen, die von Kapitellen bekrönt sind. Bei genauerer Betrachtung erkennt man an zwei von ihnen Klötzchenfriese, an anderen ornamentale Pflanzenmuster, typische Elemente romanischer Baukunst. Möglicherweise lag der Fußboden ursprünglich tiefer, sodass der Raumeindruck nicht so gedrückt war wie heute.
Hl. Antonius der Eremit
Antonius lebte als Einsiedler unter strenger Askese in der ägyptischen Wüste und gilt als „Vater des Mönchtums“. Er trägt einen T-förmigen Stab mit einer Bettlerglocke und wird von einem Antonius-Schwein begleitet, das früher, mit einer Glocke gekennzeichnet, an vielen Orten frei herumlief und von allen gefüttert wurde, bis es am 17. Januar, dem Antoniustag, geschlachtet und sein Fleisch an Arme verteilt wurde. Über das Leben des Antonius (um 251-356) unterrichtet die Lebensbeschreibung des hl. Athanasius (um 300-373), Bischof von Alexandria. Danach stammte Antonius aus einer reichen Bauernfamilie in Ägypten, verkaufte seine Güter und ging als Einsiedler in die Wüste, von Versuchungen und Dämonen geplagt. Zunächst lebte er nahe seinem Geburtsort östlich von al-Fayyum, später am Berg Kolzim am Westufer des Golfes von Suez. Dort blieb er bis auf einige Aufenthalte in Alexandria. Er war als Ratgeber gesucht, und es schlossen sich ihm viele Gleichgesinnte an, die nach seinem Tod das Antonius-Kloster in Safarana gründeten. Angeblich starb er mit 105 Jahren. Er wird als Begründer des Mönchtums verehrt. Die Statue stammt wie die gegenüberstehende des hl. Antonius von Padua aus der Werkstatt des Münsteraner Bildhauers August Schmiemann.Quellen: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Antonius "der Große"](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Antonius_der_Grosse.htm) Jos. Pieners, Chronik der Jahre 1834-1937, S. 46
Hl. Helena
Die hl. Helena (um 249-um 329) war die Mutter des römischen Kaisers Constantin, der 313 das Christentum als gleichberechtigt neben anderen Religionen anerkannte und förderte. Auf einer Wallfahrt nach Jerusalem soll sie das Kreuz und die Nägel Christi gefunden haben. Deshalb wird sie mit Krone, dem Kreuz und den Nägeln dargestellt. Helena, die nach Aussage des hl. Ambrosius niederen Standes gewesen und deshalb von ihrem Mann, Kaiser Constantius I., nach Constantins Geburt verstoßen worden sein soll, setzte sich erfolgreich für die Nachfolge ihres Sohnes ein. Nachdem dieser 312 seinen Mitkaiser Maxentius im Zeichen des Kreuzes besiegt hatte und 324 Kaiser des West- und Oströmischen Reiches geworden war, ernannte er sie zur Augusta, Kaiserin. Ihr werden die Gründungen zahlreicher Kirchen, besonders in Rom und Jerusalem, zugeschrieben. Dort soll sie das Kreuz Christi und die Nägel gefunden haben.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Helena](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienH/Helena.html)
Hl. Stephanus
Der hl. Stephanus, der in der Urgemeinde in Jerusalem als Diakon für die Speisung der Armen zuständig war, wurde als erster wegen seines Bekenntnisses zu Christus gesteinigt. Als Diakon hält er ein Buch in den Händen, darauf Steine, die die Art seines Todes zeigen. Wie Lukas in der Apostelgeschichte berichtet, wurde Stephanus vor dem jüdischen Hohen Rat verleumdet. Als er in einer großen Rede, in der er die Heilsgeschichte von Abraham an erzählte, die Zuhörer der Verstocktheit bezichtigte und sagte, er sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen, wurde er vor die Stadt getrieben und gesteinigt. Dabei betete er um Verzeihung für die Täter (Apg., 6,8-7,60). Damit wurde er zum ersten Märtyrer, Blutzeugen, der Kirchengeschichte. Die barocke, wohl aus dem 18. Jahrhundert stammende Statue zählte mit den drei ähnlichen Statuen im Chor zu einem Altar, der schon in der alten Kirche abgebrochen worden war.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Stephanus](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienS/Stephanus.htm)
Hl. Antonius von Padua
Der hl. Antonius von Padua stammte aus Lissabon und war im 13. Jahrhundert ein berühmter Bußprediger des Franziskanerordens. Ein Mitbruder sah ihn eines Nachts mit einem leuchtenden Jesuskind auf dem Arm in seiner Zelle sitzen. Er starb 1230 im Klarissenkloster bei Padua. Nähere Informationen über den hl. Antonius von Padua findest du bei [seiner Statue im rechten Nebenchor.](https://tours.3dsrv.de/de/tour/b7nf7t15xh?t=mk2t5kmrw9p&ta=1) Die barocke, wohl aus dem 18. Jahrhundert stammende Statue zählte mit den drei ähnlichen Statuen im Chor zu einem Altar, der schon in der alten Kirche abgebrochen worden war.
Hl. Pantaleon
Der hl. Pantaleon, Patron der Kirche, soll Leibarzt von Kaiser Maximinian gewesen sein. Als Christ angezeigt, ließ ihn der Kaiser um 305 hinrichten. Er hält ein Salbenkästchen in der Hand. Nähere Angaben zu diesem Heiligen bei der [ihm geweihten Ikone](https://tours.3dsrv.de/de/tour/b7nf7t15xh?t=1jnax2uxbmi&ta=1) in der Kapelle rechts vom Eingang. Die Statue ist ein Werk aus der Werkstatt des Bildhauers August Schmiemann (1846-1927).Quelle: Jos. Pieners, Chronik der Gemeinde Roxel 1834-1937, S. 46
Das Ambo
Das Ambo, an dem die Lesungen und das Evangelium vorgelesen und die Predigt gehalten wird, ist wie der Tabernakel ein Werk von Friedrich Gebhart aus Altenroxel, Lehrer an der Werkkunstschule Münster.Quelle: Pfarrchronik aus der Zeit von Pfarrer Wilhelm Elting 1959-1974,
Fenster des nördlichen Seitenchors
Das Chorfenster zeigt die junge Maria, die spätere Mutter Jesu, wie sie im Schutz eines Engels von ihrer Mutter Anna unterrichtet wird. Oben ist Anna mit ihrem Ehemann, dem hl. Joachim. mit ihrem Enkel, dem Jesuskind, zu sehen. Die Legenden um Anna und Joachim gehen vor allem auf das apokryphe, d.h. nicht im Neuen Testament stehende Protoevangelium des Jakobus aus dem 2. Jahrhundert und weitere Schriften des 2. bis 6. Jahrhunderts zurück. Sie wurden im Mittelalter weiter ausgeschmückt. Vor allem Anna wurde zu einer der populärsten Heiligen.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Anna](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Anna.htm) und[ Art. Joachim](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Joachim.html)
Hl. Katharina von Alexandrien
Die hl. Katharina soll der Legende nach eine hübsche, gebildete und reiche cyprische Königstochter gewesen sein, die sich allein mit Christus vermählte. In Alexandria wurde sie als Christin unter Kaiser Maxentius hingerichtet: Zunächst versuchte man vergeblich, sie zu rädern, schließlich wurde sie mit dem Schwert enthauptet. Die Verehrung der hl. Katharina von Alexandrien ist erst seit dem 8. Jahrhundert bezeugt. Die Legende hebt besonders ihre Klugheit hervor: Sie überzeugte 50 Philosophen, die Kaiser Maxentius gegen sie aufgeboten hatte, und am Ende auch noch dessen Frau vom Christentum, sodass sich alle taufen ließen. Als sie auf Befehl des Kaisers gerädert werden sollte, zerbrachen die Räder und töteten die Folterer. Darauf ließ der Kaiser ihr die Brüste abreißen und ließ die von ihr bekehrte Garde hinrichten. Als sie schließlich mit dem Schwert enthauptet wurde, strömte aus der Halswunde Milch. Die Statue, die vom münsterischen Bildhauer Wilhelm Bolte (1849-1941) geschaffen wurde, zeigt sie als Königstochter mit einer Krone und als Märtyrerin mit den Marterwerkzeugen und der Siegespalme. In die Legende der hl. Katharina von Alexandrien fließen Züge der heidnischen Philosophin Hypatia von Alexandrien ein, die 415/416 durch einen vom Patriarchen Kyrill von Alexandrien aufgestachelten Mob ermordet wurde.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Katharina von Alexandria](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienK/Katharina_von_Alexandria.htm)
Hl. Elisabeth von Thüringen
Die hl. Elisabeth (1207-31), Tochter des Königs von Ungarn und seit 1221 Ehefrau des Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen, fühlte sich dem Armutsideal verpflichtet. Als sie einmal Brot von der Wartburg zu den Armen bringen wollte und von ihrem Mann gefragt wurde, was sie da trage, sah er nur Rosen. Elisabeth war bewegt vom franziskanischen Armutsideal. Schon 1225 unterstützte sie die Gründung eines Franziskanerklosters in Eisenach, gründete ein Hospital am Fuße der Wartburg und ist auch selbst in der Krankenpflege tätig. Als ihr geliebter Mann, der dem Deutschen Orden beigetreten war, am Anfang des 5. Kreuzzugs an einer Seuche stirbt, wird sie mit ihren Kindern von dessen Nachfolger vertrieben und erhält erst auf Druck des Papstes ihr Witwengut. Ihr neuer geistlicher Betreuer, der strenge Asket Konrad von Marburg, bringt sie 1229 in diese Stadt, wo sie ein Leben in strenger Armut führt und ein weiteres Hospital gründet. Sie benennt es nach Franziskus, und dort wird sie nach ihrem Tod 1231 zunächst auch bestattet. Bereits nach vier Jahren heiliggesprochen, werden ihre Gebeine 1245 in die für sie vom Deutschen Orden gestiftete Elisabethkirche in Marburg, die erste gotische Kirche in Deutschland, übertragen. Es werden über Elisabeth viele Wunder erzählt, die ihre mildtätigen Handlungen vor der Entdeckung durch ihre missgünstigen Verwandten schützen. Das genannte Rosenwunder wird ähnlich auch von der hl. Elisabeth, Königin von Portugal (1271-1336), erzählt, die ebenfalls mildtätig lebte, und die Legende ist wohl erst nachträglich auf Elisabeth von Thüringen übertragen worden. Die Statue ist wie die der gegenüberstehenden hl. Katharina, von dem münsterschen Bildhauer Wilhelm Bolte (1849-1941) geschaffen worden.Quellen: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Elisabeth von Thüringen](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienE/Elisabeth_von_Thueringen.htm) Jos. Piners Chronik der Gemeinde Roxel 1834-1937, S. 46.
Barocke Pietà
Die Pietà zeigt die trauernde Maria mit dem gekreuzigten und toten Jesus, ihrem Sohn, auf dem Schoß. Solche Andachtsbilder sollten den Betrachtenden das Leiden Marias tiefer empfinden lassen. Das geschnitzte Bild ist nach dem Vorbild der Telgter Madonna aus dem 14. Jh. gestaltet, zu dem seit 1651 Wallfahrten stattfinden. Besonders der unnatürlich starre Hals des Toten lehnt sich an das Vorbild an. Doch ist die barocke Plastik natürlicher und bewegter gestaltet, was sich besonders in der Haltung der Hände und Füße sowie im Faltenwurf zeigt. Die Expressivität ist gesteigert durch den abgewandten Kopf, den herabhängenden rechten Arm und die verkrampfte linke Hand. Der Betrachtende soll vor allem Anteil am Schmerz Marias nehmen, die ihren traurigen Blick zum Himmel richtet. Die Plastik war ursprünglich farbig gefasst. Seit 1689 ist eine solche Pietà bzw. ein solches Vesperbild in Roxel belegt. Vor der Aufstellung in der damaligen Turmkapelle 1956 ließ man die Farbe entfernen, weil sie nicht dem Geschmack der Zeit entsprach. Die Tradition der Vesperbilder entstand Anfang des 14. Jahrhunderts und ist vor allem im m deutschsprachigen Raum verbreitet, auch wenn es berühmte Beispiele aus Italien gibt. Der Begriff Vesperbild, d.h. Abendbild, verweist auf die Kreuzabnahme am Abend des Karfreitags. Der italienische Name Pietà bedeutet dagegen so viel wie Mitleid oder Erbarmen.Quellen: Helmut Müller: Kirche und kirchliches Leben (Manuskript),, Heinrich Könemann: Erinnerungen aus meiner Atmszeit als Pfarrer in Roxel. Ein Beitrag zur Geschcihte Roxels in den Jahren 1937 - 1959, o.D., S. 135.
Hl. Donatus von Münstereifel
Die Reliquien des hl. Donatus wurden 1646 in einer römischen Katakombe gefunden und 1652 dem Jesuitenkolleg in Bad Münstereifel geschenkt. Er wird bei Unwetter angerufen. Dem Unbekannten, dessen Reliquien 1642 in der Katakombe St. Agnes vor den Mauern in Rom gefunden wurden, gab man den Namen Donatus, d.h. der Geschenkte. Der Legende nach war er ein Soldat der von Cäsar begründeten „Legio fulminata“, d.h. Blitz-Legion mit einem Blitz als Feldzeichen. Sie wurde unter Kaiser Marc Aurel im Kampf gegen die germanischen Quaden durch Gewitterregen vor dem Verdursten bewahrt, wie dies auch auf der Marc-Aurel-Säule in Rom dargestellt ist. Der Legende nach soll Donatus auf diese Weise mit seinem Gebet die Eingeschlossenen durch Regen mit Trinkwasser versorgt und die Germanen durch Sturm und Gewitter vertreiben haben. Da er sich später als Christ geweigert haben soll, die Enkelin des Kaisers zu heiraten, wurde er hingerichtet. Bei der Ankunft der Reliquien in Münstereifel soll sich ein Gewitter in Sonnenschein verwandelt haben. Deshalb wird Donatus als Wetterheiliger bezeichnet und bei Unwettern angerufen. Eines seiner Kennzeichen ist der Blitz, hier mit dem römischen Adler verknüpft. Die barocke Statue stammt aus dem 18. Jahrhundert. Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Donatus von Münstereifel](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienD/Donatus_von_Muenstereifel.html)
Fenster vom Jüngsten Gericht
Das Jüngste Gericht, von dem Jesus selbst in einem Gleichnis erzählt und von dem in der Apokalypse, dem letzten Buch des Neuen Testaments, die Rede ist, ist seit dem Mittelalter ein beliebtes Motiv großer Bilder. Im Gleichnis erzählt Jesus von der Trennung der Schafe zu Rechten des Menschensohns, denen das Reich des Vaters übergeben wird, und den Böcken zu Linken des Menschensohns, die ins ewige Feuer gestoßen werden (Math. 25, 31-46, vgl. Apk. 20). In der Mitte steht der Erzengel Michael mit dem Flammenschwert und dem Schild, auf dem sein Name „Quis es ut Deus?“ – „Wer ist wie Gott?“ steht, zu seinen Füßen der besiegte Drache (Apk. 12, 7-9). Links von ihm weist der hl. Pantaleon den Auferstandenen den Weg zum Himmel, wo sie der hl. Petrus mit den Schlüsseln des Himmelreichs (vgl. Mt. 16, 19) in Empfang nimmt. Rechts werden die Verdammten von den Teufeln in den Höllenrachen gestoßen und gezerrt. Im oberen Teil sitzt Christus als Weltenrichter zwischen seiner Mutter Maria und Johannes dem Täufer als Bittstellern für die Sünderinnen und Sünder. Aus seinem Mund geht ein Schwert hervor (vgl. Apk. 1, 16; 19, 15), und er ist von den zwölf Aposteln umgeben (vgl. Mt. 19, 28; Lk.22, 30). Auf der rechten Seite ist noch einmal Petrus mit den Schlüsseln zu sehen, auf der linken Seite Paulus mit Buch und Schwert. Neben ihm ist als jugendliche, fast an eine Frau erinnernde Gestalt in rotem Gewand der hl. Johannes, der Lieblingsjünger Jesu (vgl. Jh. 13, 23; 19, 26; 20, 2; 21, 7. 20) und der mutmaßliche Verfasser des Johannesevangeliums (vgl. Jh. 21, 24), der Johannesbriefe und der Apokalypse (vgl. Apk. 1, 1) zu erkennen. Über Christus verkünden Engel mit Posaunen das Endgericht (Apk. 8, 6 - 9, 21; 11, 14-19). Über Christus halten zwei Engel das Kreuz als Zeichen der Erlösung.Quelle: Gunnar Teske: Die Pantaleon-Kirche in Roxel, 2001, S. 20-22.
Anbetung der Hirten
Im Mittelpunkt des ehemaligen Seitenaltars steht Maria, die neben der Krippe sitzt und den neu geborenen Jesus anbetend auf ihren Knien liegen hat. Dieser wendet sich mit einem Lächeln und offenen Armen dem Betrachter zu. An den Seiten knien zwei Hirten, und im Hintergrund sind links der hl. Joseph und rechts ein weiterer Hirte mit einem Dudelsack zu erkennen (Vgl. Lk. 2,15-20). Vorne rechts reicht ein kleines Kind Maria aus einem Blumenkörbchen eine Rose, die ein Symbol der Liebe ist, aber auch auf das Blut verweist, das Jesus am Kreuz vergießen wird. In ähnlicher Weise lässt sich das rechts liegend Lamm als Hinweis auf das Lamm Gottes (Jh. 1, 29) verstehen. Hinter den Hirten sind Esel und Ochse zu erkennen (vgl. Jes. 1,3). Den Hintergrund bildet Mauerwerk. Links ist, inzwischen beschädigt, vermutlich ein Rosenstock zu erkennen, der für die ohne Erbsünde empfangene Jungfrau Maria steht. In der Mitte schweben Engel über der Szene (vgl. Lk. 2, 13f.) und rechts ist ein Vogel zu erkennen, vermutlich ein Distelfink, der auf die Dornenkrone und damit auf das spätere Leiden Jesu verweist. Der Altar ist nach einem Entwurf von Hilger Hertel von dem Kunsttischlers W. Niehues aus Münster angefertigt worden.Quelle: Pierners, Chronik der Gemeinde Roxel 1834-1937, S. 46; Ursula Markfort, Die Sakralbauten der Baumeisterfamilie Hertel im bistum Münster, 1996, S. 160. Lexikon der christlichen Ikonographie, Art. Rose, Bd. 3, 1971, [Sp. 563-568](https://archive.org/details/lexikon-der-christlichen-ikonographie-3_202008/Lexikon%20der%20christlichen%20Ikonographie%203/page/n320/mode/1up).
Hl. Barbara
Die hl. Barbara wurde wegen ihrer Schönheit von ihrem Vater in einen Turm eingemauert. Nach der Taufe wurde sie von ihm als Christin denunziert und schließlich von ihm eigenhändig enthauptet. Sie ist hier mit Turm und Schwert, Buch und Kelch und Märtyrerkrone dargestellt. Barbara ist vor allem als Patronin der Bergleute bekannt. Die Legende der hl. Barbara ist wohl im 7. Jahrhundert im byzantinischen Raum entstanden und erst im Spätmittelalter nach Deutschland gelangt. Danach zeichnete Barbara sich durch Klugheit aus und wurde durch einen Brief des bedeutenden Philosophen und Theologen Origenes (185-253/54) zum Christentum bekehrt. Vom Vater wegen ihrer Schönheit in einen Turm eingeschlossen, wurde sie in einem Bad des Turmes getauft und ließ die ursprünglich zwei Fenster um ein drittes als Zeichen für die göttliche Dreifaltigkeit erweitern. Als es ihr gelang, vor ihrem Vater zu fliehen, konnte sie sich in einem Felsen, der sich vor ihr öffnet, verbergen, doch wurde sie verraten, von einem Richter gefoltert und zum Tode verurteilt und schließlich vom eigenen Vater enthauptet, der dafür vom Blitz erschlagen wurde. In der Nacht davor hatte ihr ein Engel die Sterbesakramente gebracht.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Barbara](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienB/Barbara.htm)
Hl. Agnes
Die hl. Agnes ist eine junge Märtyrerin in Rom, die wohl im 3. Jahrhundert für ihren Glauben getötet worden ist. Sie trägt als Kennzeichen ein weibliches Lamm, lateinisch Agna, auf dem Arm und eine Siegespalme für das erlittene Martyrium in der Hand. Der Legende nach soll die zwölfjährige Agnes, die aus einer vornehmen Familie stammte, den Sohn des Stadtpräfekten bei seiner Werbung mit dem Hinweis abgewiesen haben, sie sei schon verlobt, nämlich mit Jesus Christus. Deshalb wollte man sie zur Prostitution zwingen, aber lange Haare verbargen sie vor den Blicken der Freier. Schließlich sollte sie im Stadion des Kaisers Domitian, der heutigen Piazza Navona in Rom, verbrannt werden. Als ihr die Flammen nichts anzuhaben vermochte, wurde sich schließlich mit dem Schwert hingerichtet. Ihr Leichnam wurde in einer Katakombe an der Via Nomentana nördlich von Rom beigesetzt. Agnes gehört zu den Heiligen, die schon sehr früh weite Bekanntheit erlangten. Neben der Katakombe stiftete Constanina, eine Tochter Kaiser Constantins, in der 1. Hälfte des 4. Jahrhunderts eine große Kirche, und bald darauf berichtet der hl. Ambrosius, Bischof von Mailand (339-398), über ihr junges Martyrium, Papst Damasus (Papst 336-384) und der spanischen Dichter Prudentius (348-nach 405) schrieben Gedichte über sie. An der Stelle ihres Martyriums ist seit dem 8. Jh. Kirche eine Kirche belegt.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, Art. [Agnes von Rom](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Agnes_von_Rom.htm)
Der auferstandene Christus und die Emmausjünger
Das Relief zeigt, wie zwei Jünger den auferstandenen Christus am Brotbrechen erkannten.Ihnen war nach der Kreuzigung auf ihrem Weg nach Emmaus der Auferstandene begegnet und hatte mit ihnen gesprochen, ohne dass sie wussten, wer er war. Erst, als es Abend wurde und sie in eine Herberge eingekehrt waren, gingen ihnen beim Brotbrechen die Augen auf (Lk. 24, 13-35). Das Relief ist ein Werk des münster'schen Bildhauers August Schmiemann (1846-1927) nach einem Entwurf des Architekten Hertel und gehörte ursprünglich zu Kommunionbank, die nach dem 2. Vatikanischen Konzil abgebaut wurde.Quelle: Jos. Pieners, Chronik der Gemeinde Roxel 1834-1937, S. 46.
Schlussstein: Johannes der Täufer
In der Kapelle, die Stücke aus der abgerissenen Kirche bewahrt, zeigt dieser Gewölbeschlussstein Johannes den Täufer, wie er auf Christus als das Lamm Gottes hinweist. Johnnes der Täufer, nach dem Evangelisten Lukas ein Verwandter von Jesus (vgl. Lk. 1,39-80), lebte als Einsiedler in der Wüste und predigte und taufte am Jordan zur Vergebung der Sünden (Mt. 3, 1-11, Mk. 1, 1-8, Lk. 3, 1-18, Jh. 1, 19-34). Der Evangelist Johannes erzählt, dass Johannes, als Jesus auf ihn zukommt, sagt: „Siehe das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt.“ (Jh. 1, 29).Quelle: Jos. Pieners, Chronik der Gemeinde Roxel 1834-1937, S. 44.
Alter Türbogen mit Taufe Jesu
Der Spitzbogen stammt von der Tür von der Südseite der alten, abgerissenen Kirche. Darin ist ein Bild von der Taufe Jesu vom Bildhauer Wilhelm Bolte (1849-1941) zu sehen. Wie die Evangelisten Markus, Matthäus und Lukas erzählen, empfing Jesus vor seinem öffentlichen Wirken von Johannes dem Täufer, der als Einsiedler in der Wüste lebte, am Jordan predigte und zur Vergebung der Sünden taufte, ebenfalls die Taufe. Dabei öffnete sich der Himmel, wie es weiter heißt, und der Heilige Geist schwebte wie eine Taube herab auf ihn herab (Lk. 3, 21f.; vgl. Mt. 3, 13-17; Mk. 1, 9-11).Quelle: Jos. Pieners, Chronik der Gemeinde Roxel 1834-1937, S. 44.
Schlussstein: hl. Pantaleon
Der Schlussstein aus dem gotischen Gewölbe der abgerissenen Kirche zeigt den Kirchenpatron, den hl. Pantaleon. Er ist erkennbar an dem Salbenkästchen in seiner Linken, das ihn als Arzt kennzeichnet, und dem Messer oder Schwert in seiner Rechten als Märtyrer, der am Ende mit dem Schwert hingerichtet wurde. Hübsch ist die für die Gotik typische S-förmige Drehung des Körpers. Nähere Informationen zum hl. Pantaleon finden sich auf der [Ikone in der Kapelle auf der anderen Seite des Turmes](https://tours.3dsrv.de/de/tour/b7nf7t15xh?t=1jnax2uxbmi&ta=1).
Das erste Fenster der Marien-Kapelle zeigt rechts die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies (Gen. 3, 23) und links die Verheißung, dass der Nachkomme der Frau der Schlange den Kopf zertreten wird (Gen. 3, 15). Diese Ankündigung wird mit der Apokalypse verbunden, in der eine sonnenumstrahlte Frau erscheint, die ein Kind zur Welt bringt, das über die Welt herrschen wird (Apk. 12, 1-5). Vgl. dazu auch die Angaben über die [Madonna, die in der Vierung hängt.](https://tours.3dsrv.de/de/tour/b7nf7t15xh?t=Pec04lASnVBW&ta=1)
Tempelgang Mariens
Das zweite Fenster der Marien-Kapelle zeigt den sogenannten Tempelgang Mariens. Das sog. Protoevangelium des Jakobus erzählt davon, dass Maria im Alter von drei Jahren, wie ihre Mutter Anna es versprochen hatte, von ihren Eltern Anna und Joachim in den Tempel gebracht wurde, wo sie vom Hohepriester empfangen und zur weiteren Erziehung aufgenommen wurde. (Protoev. Jak. 7, 2-8, 1; 4, 1).Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Maria - Unsere liebe Frau in Jerusalem](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Maria-Tempelgang.html)
Darstellung Jesu im Tempel
Das dritte Fenster der Marienkapelle zeigt, wie Maria und Josef den neu geborenen Jesus als Erstgeborenen in den Tempel bringen, wo er vom alten Simeon auf den Arm genommen wird. Simeon weissagt über Jesus, dass er ein Zeichen sein wird, dem widersprochen wird, und über Maria, dass ein Schwert ihre Seele durchbohren werde. Zwischen Maria und Simeon ist die alte Prophetin Hannah zu sehen, die ebenfalls über Jesus spricht (Lk. 2, 22-38).
Krönung Mariens zur Himmelskönigin
Das vierte Fenster der Marien-Kapelle zeigt, wie Maria von Christus in den Himmel aufgenommen und dort von ihm gekrönt wird. Umgeben ist die Szene von musizierenden Engeln. Unten am Rand des Thrones steht auf Latein das 5. Gesätz des Glorreichen Rosenkranzes: „Qui te, [vi]rgo, caelo c[oronav]it“ - „Der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat“. Damit stellt das Fenster dar, was seit dem 11. Jahrhundert, ausgehend von Bibelstellen, die eine Königin erwähnen (z.B. Ps. 44, 10; 20, 4), verschiedene Marienlieder wie das „Salve Regina“ – „Seih gegrüßt, du Königin“ und zahlreiche Kunstwerke zum Ausdruck bringen: dass Maria als Mutter Jesu auch Anteil an seinem Königtum habe. Papst Pius XII. führte erst 1954, also ungefähr 50 Jahre nach Entstehung dieses Fensters, den kirchlichen Gedenktag „Maria Königin“ ein.Quelle: Lexikon der christlichen Ikonographie. Bd. 2, 1970, [Sp. 671-676 (Krönung Mariens)](https://archive.org/details/lexikon-der-christlichen-ikonographie-3_202008/Lexikon%20der%20christlichen%20Ikonographie%202/page/n373/mode/2up)
Madonna im Strahlenkranz (Immaculata)
Vom Scheitelpunkt der Vierung hängt an einer Kette mit elf Perlen eine Doppelmadonna im Strahlenkranz, die zum Altar und ins Kirchenschiff blickt. Sie steht auf einer Weltkugel und hat ihr Kind auf dem Arm, das mit einem langen Kreuz einer Schlange, die sich um die Weltkugel ringelt, den Kopf zertritt. Die Darstellung geht auf ein Bild aus der Apokalypse zurück, wo von einer schwangeren Frau die Rede ist, „umkleidet mit der Sonne, den Mond unter ihren Füßen und auf dem Kopf einen Kranz von zwölf Sternen“ (Apc., 12, 1). Sie wird von einem Drachen bedroht, und als sie einen Sohn zur Welt bringt, „der die Welt mit eisernem Stab regieren soll“, wird er zu Gott entrückt (Apc. 1, 5). Zugleich wird an die Ankündigung Gottes an Eva bei der Vertreibung aus dem Paradies erinnert, dass ihr Nachkomme der Schlange den Kopf zertreten wird (Gen. 3, 15). Das Bild soll zeigen, das Christus mit Unterstützung seiner Mutter das Böse besiegen wird. Die elf Perlen erinnern an einen Rosenkranz, eine Gebetskette, bei der jeweils zehn „Gegrüßet seiest du, Maria“ mit einem „Vater unser“ abwechseln. Die Strahlenkranzmadonna entstand vermutlich Ende des 18. Jahrhunderts und ist in den Beschreibungen der alten Kirche von August Wittover und der neuen Kirche von Jos. Pieners 1901nicht erwähnt.Quelle: Lexikon der christlichen Ikonographie, Bd. 2, 19.., [Sp. 342 (Immaculata concepito, der Sieg über die Schlange)](https://archive.org/details/lexikon-der-christlichen-ikonographie-3_202008/Lexikon%20der%20christlichen%20Ikonographie%202/page/n208/mode/1up); Bd. 3, 1971, [Sp. 199f. (Maria vom Siege (de Victoria))](https://archive.org/details/lexikon-der-christlichen-ikonographie-3_202008/Lexikon%20der%20christlichen%20Ikonographie%203/page/n138/mode/1up); Bd. 4, 1972, [Sp. 79 (Christus, Maria und die Schlange)](https://archive.org/details/lexikon-der-christlichen-ikonographie-3_202008/Lexikon%20der%20christlichen%20Ikonographie%204/page/n77/mode/1up) Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Maira - Immaculata Conceptio - unbefleckte Empfängnis](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Maria-Concepcion.html)
Orgel und Orgelbühne
Die aktuelle Orgel der Firma Alfred Führer, Wilhelmshaven, wurde ursprünglich1955 für eine Kirche in Essen gebaut. Sie wurde1976 angekauft und mit geänderter Disposition und 1482 Pfeifen 1976 eingebaut. Sie ersetzte die ursprüngliche Orgel der Firma Fleiter aus Nienberge. Bei der Orgel handelt es sich um eine Schleifladenorgel mit mechanischer Spieltraktur, elektrischer Registertraktur und Handregistratur, die zwei freie Kombinationen, Plenum und Tutti erlauben.I. Manual (Hauptwerk) 1. Quintade 16‘ 2. Prinzipal 8‘ 3. Spitzflöte 8‘ 4. Oktave 4‘ 5. Kleingedackt 4‘ 6. Oktave 2‘ 7. Quinte 1 1/3‘ 8. Mixtur 5 f. 9. Trompete 8‘ - Tremulant - II. Manual (Schwellwerk) 10. Singend Gedackt 8‘ 11. Salicional 8‘ 12. Rohrflöte 4‘ 13. Nasard 2 2/3‘ 14. Prinzipal 2‘ 15. Terz 1 3/5‘ 16. Zimbelmixtur 4 f. 17. Rohrschalmey 8‘ - Tremulant –Pedal 18. Subbass 16‘ 19. Prinzipal 8‘ 20. Gedackt 8‘ 21. Oktave 4‘ 22. Hintersatz 3 f. 23. Fagott 16‘Während der schlichte Orgelprospekt der Entstehungszeit der Orgel entspricht, ist die Orgelbühne nach den Entwürfen der Architekten gestaltet und zeigt Motive, die auch sonst in der Kirche zu sehen sind. Besonders gut kann man die Kapitelle der Tragpfeiler betrachten. Für die Orgel ist ein Loch in die östliche Wand des alten Kirchturmes gebrochen worden. Ursprünglich hatte man Orgel und Orgelbühne mit Rücksicht auf den Turm im östlichen Querhaus geplant und für den Aufgang den nur von außen sichtbaren kleinen Treppenturm vorgesehen, über den heute bequem das Gewölbe zu erreichen ist. Die erste Orgel in der alten Roxeler Kirche hatte 1711 Heinrich Johann Droste zu Hülshoff gestiftet. Als ersten Organisten setzte er Heinrich Johann Junkerding oder Junckerinck (vor 1697-1758) ein, dessen Taufpate er war und den er angeblich „aus der Fremde“, vermutlich als sogenanntes 'Heidenkind' aus den Türkenkriegen nach Roxel mitgebracht hatte. Junckerinck war mit einer Tochter des damaligen Küsters verheiratet. Bis 1812 besetzten weitere Bedienstete von Haus Hülshoff die Organistenstelle. Nach zwei Musikern aus dem Dorf war die Organistenstelle mit der Mädchenlehrerstelle in Roxel verbunden. Von 1872 bis 1972 wurde dann die Organistenstelle innerhalb der Familie Kintrup über drei Generationen vom Vater auf den Sohn vererbt.Quellen: Gunnar Teske, Die Pantaleon-Kirche in Roxel, 2001, S. 24 Hans Rickers,Chronik aus der zeit des Pfarrers Godehard Schilgen 1974-2002, S. 34 August Schröder, Orgel und Organisten in Roxel, 1972
Die Säulen
Die dicken Säulen, die das Gewölbe tragen, wirken dadurch, dsss sie von Halbsäulen umgeben sind, weniger mächtig. Sie alle münden oben in Blattkapitellen, die unterschiedlich gestaltet sind, besonders gut lassen sie sich an der Orgelbühne betrachten. Die Sockel der Säulen sind so gestaltet, dass durch eine Scheinperspektive der Eindruck entsteht, als ob sie den Grundriss eines Vierpasses (4 Halbkreise, die um einen Kreis angeordnet sind) hätten.
Kirchenbänke
Die Kirchenbänke in der Mitte stammen vom Münsterschen Kunsttischler W. Niehus, der auch den Altar mit der Anbetung der Hirten geschaffen hat. Die kleinen Bänke in den Seitenschiffen stammen vom Roxeler Kunsttischler Voß. Die Bänke, die das Maßwerk der Fenster aufnehmen, wurden vom Architekten der Kirche, Hilger Hertel, entworfen. Ursprünglich standen die Kirchenbänke bis zum letzte Pfeilerpaar. Sie wurden, um dem Taufbrunnen mehr Platz zu verschaffen, entfernt.Quelle: Jos. Pieners, Chronik der Jahre 1834-1937, S. 46, 51
Tafel zum Andenken an die Roxeler Kriegstoten vom Zweiten Weltkrieg
Die Tafeln mit den Namen der während des Zweiten Weltkriegs ums Leben gekommenen Soldaten und Zivilisten aus Roxel wurden 2017 angebracht. Sie ersetzen die bis dahin dort hängenden kleinen Holzkreuze, die der Roxeler Bildhauer Clemens Francke gefertigt hatte. Quelle: Roxel-Magazin 2018, S. 19
14. Der Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt, das Joseph von Arimatäa zur Verfügung stellte (Mt. 27, 57-59; Mk. 15,46f.; Lk, 23,50-53; Jh. 19,38-42).
13. Der Leichnam Jesu wird mit Hilfe von Josef von Arimatäa und Nikodemus vom Kreuz abgenommen (Mk. 15,42f. 45f.; Lk. 19,38f.) und in Gegenwart des Jüngers Johannes und von Maria Magdalena (Mk. 15,40f., Mth. 27,55f.) seiner Mutter Maria in den Schoß gelegt.
Hl. Josef
Die Kapelle südlich des Turmes ist dem hl. Josef, dem Ehemann der Maria und Ziehvater Jesu, geweiht. Er war von Beruf Zimmermann, worauf der rechte Winkel in seinem rechten Arm hinweist. Die Statue wurde 1961 von dem Bildhauer Clemens Francke (1900-1968) geschaffen. Er stammte aus Münster, wo sein Vater eine Schreinerwerkstatt betrieb. Nach einer Lehre und der Ausbildung zum Schreinermeister studierte Francke 1920/21 an der Akademie der Bildenden Künste in München Bildhauerei und schuf Holzfiguren und Krippen. Ursprünglich in Münster beheimatet, fand er nach der Kriegszerstörung zunächst in Havixbeck und ab 1951 in Roxel mit seiner Familie eine neue Heimat.Quellen: [Lexikon der christlichen Ikonographie, Bd. 7, Sp. 211f](https://archive.org/details/lexikon-der-christlichen-ikonographie-3_202008/Lexikon%20der%20christlichen%20Ikonographie%207/page/n133/mode/2up).; Auskunft von Andrea Francke vom 25.8.2025
Marienikone Mutter Gottes von der Immerwährenden Hilfe
Die Doppelikone zeigt die Gottesmutter mit dem Jesuskind, dem zwei Engel die Leidenswerkzeuge seiner späteren Passion, Essigschwamm und Lanze sowie Kreuz und Nägel, zeigen. Das Kind erschrickt so sehr, dass es sich an der Hand seiner Mutter festhält und beinahe die Sandale an seinem rechten Fuß verliert (hier leider verdeckt). Maria blickt auf die Betrachtenden, um ihnen ihre fürbittende Hilfe anzubieten. Die Farben sind auf Gold für das Himmlische, Blau für das Königliche, Rot für die Liebe und Grün für die Hoffnung beschränkt. Das Vorbild dieser in Deutschland weit verbreiteten und beliebten Ikone hängt heute im Kloster der Redemptoristen unweit von S. Maria Maggiore in der Via Merulana in Rom. Es soll im 15. Jahrhundert von einem Kaufmann aus Kreta entwendet und nach Rom gebracht worden sein. Die Ikone ist in einen Holzrahmen aus heute nicht benötigten Elementen der neogotischen Einrichtung der Pantaleonkirche gefasst.Quelle: P. Klemens Nordewald C.Ss.R und Jelle Wind: Maria, Muttergottes von der Immerwährenden Hilfe, hrsg. von der Provinz St. Clemens der Kongregation des Heiligsten Erlösers (Redemptoristen)
Die Stickerei der Fahne der Junggesellen-Bruderschaft von 1823
Die Stickerei bildete die Mitte einer großen blauen Fahne der 1823 gegründeten Roxeler Junggesellen-Bruderschaft. Sie wurde von Jenny von Droste-Hülshoff und ihrer Schwester, der Dichterin Annette, gestickt. Sie zeigt auf der einen Seite das Jesus-Monogramm IHS, zusammengesetzt aus dem lateinischen JESUS und dem griechischen ΙΗΣΟΥΣ. Es steht unter einem Kreuz als Zeichen für die Erlösung und über einem Herzen in einem Kranz von Weinreben und Weizenähren, Zeichen für Brot und Wein in der Eucharistie. Auf der anderen Seite sind die ineinander verschlungenen Buchstaben MRIA für die Gottesmutter Maria zu lesen. Das Mongramm steht über einer Mondsichel und zwei gekreuzten Palmblättern und ist überwölbt von neun Sternen; In den vier Ecken finden sich goldene Rosen. Diese Bilder beziehen sich auf die Weissagung der mit Maria identifizierten Frau mit dem Mond unter ihren Füßen und einem Kranz von Sternen auf ihrem Kopf in der Offenbarung des Johannes (Off. 12,1) und auf das Bild der geheimnisvollen Rose in der Lauretanischen Litanei; die Palmblätter gelten als Symbole für den Sieg über Sünde und Tod (vgl. Offb. 7,9).. Zwei Jahre nach Gründung der Schützenbruderschaft St. Pantaleon im Jahr 1821 hatten unverheiratete junge Leute zusätzlich eine Junggesellen-Bruderschaft gründeten. Aus Kostengründen übernahmen es Jenny und Annette von Droste-Hülshoff, die große blaue Fahne der neuen Bruderschaft mit der Stickerei zu schmücken. 2015 bis 2019 wurde die Stickerei aufwendig restauriert. Die Kosten wurden zum Teil vom Schützenverein getragen, zum Teil hatte der Heimat- und Kulturkreis Fördermittel des Landes dazu beantragt.Quelle: Dieter Pferdekamp, 1821-1921. 200 Jahre St. Pantaleon-Schützenbruderschaft zu Roxel, Dülmen 2021, S. 198-206.
Beichtstuhl
Der Beichtstuhl, ein Werk des Bildhauers Ottenjann in Greven, mit seinen Formen der Neogotik, die dem Maßwerk der Fenster und den Verzierungen der Kirchenbänke entsprechen, stammt aus der Zeit der Erbauung der Kirche. Er weist darüber hinaus besonders schöne pflanzliche, an das Paradies erinnernde Motive und zwei besiegte, das Böse symbolisierende Drachen auf. Zusätzlich ist er mit Erdbeeren geschmückt, die als Speise der Seligen gelten und durch ihre Dreiblättrigkeit als Symbole für die Dreieinigkeit von Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist stehen. Ursprünglich diente der Beichtstuhl der sog. Ohrenbeichte. Der Priester saß in der Mitte hinter dem violetten Vorhang, während die Gläubigen abwechselnd in der linken und rechten Kammer ihm ihre Sünden bekannten und von ihm die Lossprechung empfingen. Inzwischen ist der Beichtstuhl zu einem kleinen Raum umgebaut worden, in dem sich Geistliche und Gläubige im Gespräch gegenübersitzen. Ein zweiter Beichtstuhl auf der gegenüberliegenden Seite ist abgebaut.Quelle: Jos. Pieners, Chronik der Jahre 1834-1937, S. 46. Lexikon der christlichen Ikonographie, Bd. 1, Sp. 516-524, 656
Zwölf-Apostel-Leuchter
Zwölf Lichter, die für die zwölf Apostel stehen. Die Apostel, die Zeugen der Auferstehung Jesu, haben das Licht der Auferstehung verkündet und weitergegeben. Insofern sind sie Lichter für die Gläubigen. Die Schlange ist nicht nur Symbol für das Böse, da sie Eva und Adam dazu verführt hat, die ihnen verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis zu essen (Gen. 3, 1-7). Die eherne, d.h. kupferne Schlange dagegen war ein Zeichen der Rettung bei einer Schlangenplage bei der Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste: Wer zu ihr aufschaute, war vor den Schlangenbissen geschützt (Num 21,6-9). Dadurch wurde die eherne Schlange auch ein vorausweisendes Bild für Jesus, der am Kreuz erhöht wurde. Die drei Blätter stehen für die Dreifaltigkeit.Quelle: Lexikon der christlichen Ikonographie, [Art. Eherne Schlange](https://archive.org/details/lexikon-der-christlichen-ikonographie-3_202008/Lexikon%20der%20christlichen%20Ikonographie%201/page/n329/mode/1up), Bd 1, 1968, Sp. 583-586
Stationen 1 bis 10 des Kreuzwegs
Die Bilder zeigen die insgesamt 14 Stationen des Kreuzwegs, des Leidenswegs Jesu bei seiner Kreuzigung. Er geht auf die sog. „Via crucis“ oder „Via dolorosa“ in Jersusalem zurück und dient besonders in der Fasten- bzw. Passionszeit dem Gedenken des Leidensweges Jesu im Gebet. Zehn der Stationen hängen an der Südwand, vier weitere auf der gegenüberliegenden Wand. Der Kreuzweg beginnt ganz links und besteht aus folgenden Stationen: 1. Jesus wird vom römischen Statthalter Pilatus, der seine Hände in Unschuld wäscht, zum Tode verurteilt und von einem Soldaten abgeführt (Mt. 27,24. 26; Mk. 15,15; Lk 23,24f.; Jh. 19,16). 2. Jesus nimmt das Kreuz auf sich (Jh. 19,17). 3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz. 4. Jesus begegnet seiner Mutter. 5. Die Soldaten zwingen den vom Feld kommenden Simon von Cyrene, das Kreuz Jeus mitzutragen (Mk. 15,21; Mt. 27,32; Lk. 23,26). 6. Veronika reicht Jesus ein Schweißtuch, auf dem sich das Gesicht Jesu abdrückt. 7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz. 8. Jesus begegnet den weinenden Frauen (Lk. 23, 27-31). 9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz. 10. Jesus wird seiner Kleider beraubt (vgl. Mt. 27,35; Mk 15,24; Joh, 19,23f.). Die[ Stationen 11 bis 14 ](https://tours.3dsrv.de/de/tour/b7nf7t15xh?t=9yturj8ncia&ta=1)befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite. Die Bilder sind im Stil der Nazarener gemalt, einer Kunstrichtung, die sich Anfang des 19. Jahrhunderts in Rom und Wien entwickelt hatte. Sie suchte insbesondere am Anfang vor allem religiöse Motive und stand dem Katholizismus nahe. Stilistisch orientierten sich die Nazarener an den Malern der Renaissance wie Albrecht Dürer und Raffael. Solche Kreuzwege, deren Stationen auf eine Beschreibung des Hl. Landes von 1590 zurückgehen, dienten dazu, den Leidensweg Jesu auch außerhalb Jerusalems betend nachvollziehen zu können. Die Bilder der 14 Kreuzwegstationen hingen bereits in der Vorgängerkirche und sind vermutlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts angekauft worden.Quelle: [Lexikon der christlichen Ikonographie, Bd. 2,(1970) Sp. 653-656](https://archive.org/details/lexikon-der-christlichen-ikonographie-3_202008/Lexikon%20der%20christlichen%20Ikonographie%202/page/n363/mode/1up)[.](https://archive.org/details/lexikon-der-christlichen-ikonographie-3_202008/Lexikon%20der%20christlichen%20Ikonographie%202/page/n364/mode/1up)
Stationen 11 bis 14 des Kreuzwegs
Die Bilder zeigen die vier letzten Stationen des Kreuzwegs, des Leidenswegs Jesu bei seiner Kreuzigung: 11. Jesus wird an das Kreuz genagelt (Mk. 15,24; Lk. 23,33), das mit der Tafel „Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum“ = „Jesus von Nazaret, König der Juden“ versehen wird (Mt. 27,37; Mk., 15,26; Lk. 23,38; Jh. 19,19); im Hintergrund Maria, der Jünger Johannes und Maria Magdalena. 12. Jeus stirbt am Kreuz (Mt. 27,45-50; Mk. 15,33-39; Lk. 23,44-46; Jh. 19,28f.) zwischen seiner Mutter Maria und seinem Jünger Johannes (Jh. 19,25f.) und in Gegenwart von Maria Magdalena (Mt. 27, 55f.; Mk. 15,40f.; Jh. 19,25); neben dem Kreuz der hl. Longinus mit der Lanze, mit der er das Herz des verstorbenen Jesus durchbohrt hat (Jh. 19,31-37), und der römische Hauptmann, der bezeugt, dass Jesus Gottes Sohn war (Mt., 27,54; Mk. 15,39; vgl. Lk. 23,47). 13. Der Leichnam Jesu wird mit Hilfe von Josef von Arimatäa und Nikodemus vom Kreuz abgenommen (Mk. 15,42f. 45f.; Lk. 19,38f.) und in Gegenwart des Jüngers Johannes und von Maria Magdalena (Mk. 15,40f., Mth. 27,55f.) seiner Mutter Maria in den Schoß gelegt. 14. Der Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt, das Joseph von Arimatäa zur Verfügung stellte (Mt. 27, 57-59; Mk. 15,46f.; Lk, 23,50-53; Jh. 19,38-42). Die ersten zehn Stationen hängen auf der gegenüberliegenden Seite. Dort findest du auch [weitere Informationen zum Kreuzweg](https://tours.3dsrv.de/de/tour/b7nf7t15xh?t=lfzxuc9fnox&ta=1).
Hl. Gregor der Große
Die vier großen Statuen an den Wänden der Vierung wurden von Heinrich Johann Droste zu Hülshoff (1677-1739) und seiner Frau Maria Mechtild von Lipperheide (1684-1709) der Pantaleonkirche gestiftet. Sie zeigen die vier abendländischen Kirchenväter. Die Stauen wurden in der Werkstatt von Johann Wilhelm Gröninger (um 1675-1724) gefertigt. Gröninger gehört zu einer wichtigen westfälischen Bildhauerfamilie. Da die Figuren innen hohl sind, waren sie ursprünglich wohl für einen Altar gedacht. Auffällig sind die lebhaften Gesten und die sorgfältig gearbeitete Kleidung. Papst Gregor der Große (um 540-604) ist der jüngste der vier abendländischen Kirchenväter und der einzige Mönch und Papst unter ihnen. Er steht an der Wende zwischen der Spätantike und dem Frühmittelalter. Der gregorianische Gesang ist nach ihm benannt, auch wenn er nicht auf ihn zurückgeht. Dargestellt wird Gregor oft mit einer den Heiligen Geist symbolisierenden Taube, die hier verloren, aber auf einer Aufnahme der alten Kirche noch zu sehen ist. Aus einer einflussreichen Familie in Rom stammend, hat Gregor zunächst die Karriere eines Politikers in Rom eingeschlagen, nach dem Tod des Vaters aber 575 ein Benediktinerkloster in Rom gegründet. Ab 579 war er Vertreter des Papstes am Kaiserhof in Byzanz. 590 selbst zum Papst gewählt, musste er gleichzeitig die Aufgaben als kirchlicher und weltlicher Führer der Stadt wahrnehmen. In seine Amtszeit vielen mehrere Epidemien, er handelte gegen einen Tribut den Abzug der Langobarden aus und entsandte Missionare nach Britannien. Gegenüber Byzanz betonte er die Unabhängigkeit des römischen Papstes. Unter seinen Schriften kommt neben den Bibelkommentaren und Predigten vor allem seinen zahlreichen Briefen und dem 2. Buch seiner Dialoge, das dem heiligen Benedikt von Nursia, dem Gründer des Benediktinerordens, gewidmet ist, eine besondere Bedeutung zu. Die Statue gehört, wie oben gesagt, zusammen mit den Statuen des hl. Hieronymus links und des hl. Augustinus und des hl. Ambrosius an der Wand gegenüber.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Gregor "der Große"](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienG/Gregor_I_der_Grosse.htm) Roland Günter: Neue Ergebnisse zum Werk von Joahnn Wilhelm Gröninger, in: Westfalen 49 (1971), S. 124-132.
Hl. Hieronymus
Der Kirchenvater Eusebius Hieronymus (um 348/9 – 420) ist vor allem für seine Übersetzung der Bibel aus dem Hebräischen und Griechischen ins Lateinische bekannt. Außerdem trat er entschieden für ein Leben in Askese, also Enthaltsamkeit, ein. Die Statue unterscheidet sich äußerlich deutlich von den anderen drei, trägt Hieronymus doch weder ein prächtiges Gewand noch eine Kopfbedeckung. Als Asket ist er bis auf ein Tuch praktisch nackt, und da er kein hohes Amt innehatte, zeichnet ihn auch keine besondere Kopfbedeckung aus. Man hat aber den Eindruck, als ob ihm der Heilige Geist wie eine Windböe ins Gesicht bläst, und in seiner Hand hält er einen Totenschädel als Zeichen der Vergänglichkeit und Nichtigkeit allen irdischen Lebens. Hinter ihm liegt ein Löwe, dem er nach einer Legende einen Dorn aus der wunden Pfote gezogen haben soll. Vielleicht steht der Löwe aber auch für den Heiligen selbst, der ein sehr streitlustiger Zeitgenosse gewesen ist. Eusebius Hieronymus wurde um 438/39 in Stridon auf dem heutigen Balkan geboren. Nach dem Studium in Rom und einer Reise, die ihn u.a. in die Kaiserstadt Trier führte, verbrachte er drei Jahre am Rande der syrischen Wüste. Nach Rom zurückgekehrt, scharte er einen Kreis asketisch lebender vornehmer Frauen um sich. Außerdem erhielt er von Papst Damasus den Auftrag, die bisherige lateinische Übersetzung des Neuen Testaments zu überarbeiten und danach das Alte Testament erstmals aus dem Hebräischen ins Lateinische zu übersetzen. Nachdem eine der jungen Frauen - mutmaßlich an den Folgen übertriebener Enthaltsamkeit - gestorben war, musste Hieronymus Rom verlassen und ging mit der hl. Paula und ihrer Tochter Eustochium nach Palästina, wo sie gemeinsam in Bethlehem ein Kloster gründeten. Dort setzte Hieronymus seine Übersetzungsarbeiten fort, bei denen er von jüdischen Gelehrten unterstützt wurde. Außerdem übersetze er viele Texte griechischer Theologen ins Lateinische, verfasste zahlreiche Streitschriften gegen Theologen, die falscher Lehren beschuldigt wurden, und schrieb viele Briefe. 420 ist er in Bethlehem gestorben. Die Statue gehört zu einer Gruppe der vier Kirchenväter, über die du weitere Informationen bei der [Statue des hl. Gregor des Großen](https://tours.3dsrv.de/de/tour/b7nf7t15xh?t=f73gyoaf0kl&ta=1) findest.Quelle: Ökumentisches Heiligenlexikon, [Art. Hieronymus](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienH/Hieronymus.htm)
Hl. Ambrosius von Mailand
Ambrosius von Mailand (339-397) ist der früheste und kirchenpolitisch einflussreichste der vier Kirchenväter. Als Bischof von Mailand bekämpfte er die Lehre des Arius, nach der Christus als gezeugter Mensch nicht zugleich Gott sein könne, und setzte sich für die Erhebung des Christentums zur Staatsreligion ein. Wegen seiner ‚honigsüßen‘ Sprache wird er mit einem Bienenkorb dargestellt. Ambrosius wurde in Trier als Sohn eines römischen Beamten und einer christlichen Mutter geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters wuchs er in Rom auf, wo er eine Ausbildung zum Redner und Politiker erhielt. Später wurde er Leiter einer Provinz in Mailand, das damals auch Kaiserresidenz war. Im Jahr 374 wählte man ihn, noch vor seiner Taufe, aufgrund seiner vermittelnden Haltung im Streit um die Göttlichkeit Christi zum Bischof von Mailand. In diesem Amt setzte er sich für die Lehre der Dreifaltigkeit nach dem Glaubensbekenntnis von Nicäa ein. Gegen Kaiser Theodosius I. widersetzte er sich der Bestrafung von Christen nach der Brandstiftung an einer Synagoge sowie der Bestrafung Aufständischer in Thessaloniki und verweigerte dem Kaiser bis zu dessen Buße die Kommunion. Zudem bestärkte er ihn darin, das Christentum im Jahr 391 zur Staatsreligion zu erklären. Ambrosius übertrug die im östlichen Mittelmeerraum entwickelte Theologie durch zahlreiche Schriften in den Westen und verfasste mehrere christliche Hymnen. Einer Legende nach soll sich ein Bienenschwarm auf dem Kind Ambrosius niedergelassen und ihm Honig in den Mund geträufelt haben. Die Statue zeigt Ambrosius mit wallendem Bart in einer energischen Rechtsdrehung, in der er seinen Mantel rechts zur Seite zieht; vielleicht soll diese Geste, die an die Darstellung von Adeligen erinnert, die so mit der Linken auf ihr Schwert zeigen, auf das Schwert des Wortes verweisen. Auf dem Saum des Mantels sind Symbole des Leidens Christi zu erkennen. Die Statue gehört zu einer Gruppe der vier Kirchenväter, über die du weitere Informationen bei der [Statue des hl. Gregor des Großen](https://tours.3dsrv.de/de/tour/b7nf7t15xh?t=f73gyoaf0kl&ta=1) an der Wand gegenüber findest.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, Art.[ Ambrosius von Mailand](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Ambrosius_von_Mailand.htm)
Hl. Augustinus von Hippo
Der hl. Augustinus, Bischof von Hippo Regius (354-430) im heutigen Algerien, war der bedeutendste Theologe und Philosoph der Spätantike. Als Bischof trägt er die Mitra und hält einen Bischofsstab in der einen Hand und als Gelehrter ein Buch in der anderen Hand. Über seinen bewegten Lebensweg bis zu seiner Taufe sind wir durch seine eigene Selbstbiographie, die von ihm so genannten „Bekenntnisse“, gut unterrichtet, über den weiteren Lebensweg durch die Lebensbeschreibung eines seiner Schüler. Augustinus war der Sohn eines Beamten und einer christlichen Mutter, der hl. Monika. Nach der Schule und der Ausbildung zum Redner – während dieser Zeit wurde ihm von einer jungen Frau ein Sohn geboren – lebte er in Thagaste und Karthago. Auf der Suche nach Weisheit setzte er sich mit verschiedenen Lehren seiner Zeit auseinander. Über Rom kam er schließlich als Lehrer der Redekunst nach Mailand, wo ihn der hl. Ambrosius für das Christentum gewinnen und 387 taufen konnte. Nach der Rückkehr nach Nordafrika lebte Augustinus zunächst mit Freunden in einer Art Mönchsgemeinschaft; Erfahrungen aus dieser Zeit flossen 397 in eine Regel für das Klosterleben, die Augstinusregel, ein. Ab 396 war er Bischof von Hippo Regius im heutigen Algerien. Dort ist er während der Belagerung der Stadt durch die Vandalen 430 gestorben. Als Bischof bekämpfte Augustinus viele von der offiziellen kirchlichen Lehre abweichende Glaubensrichtungen. Er selbst entwickelte theologische Lehren, die im Mittelalter, z.T. bis heute großen Einfluss auf die Theologie haben. Dazu gehören u.a. die Lehre von der göttlichen Gnade, von der Erbsünde, von der Kirche als Hüterin der Wahrheit, vom gerechten Krieg und vom Vorrang der geistigen Welt vor der Erfahrungswelt. Auch Martin Luther, selber Augustinermönch, ist von Augustinus beeinflusst. Von Augustinus‘ umfangreichen Werk sind mehr als 100 Bücher, mehr als 200 Briefe und fast 1000 Predigten überliefert. Die Statue gehört zu einer Gruppe der vier Kirchenväter, über die du weitere Informationen bei der [Statue des hl. Gregor des Großen](https://tours.3dsrv.de/de/tour/b7nf7t15xh?t=f73gyoaf0kl&ta=1) an der Wand gegenüber indest.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Augustinus von Hippo](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Augustinus.html)
Das Dreikönigsfenster
Das Fenster zeigt die Anbetung der drei Weisen aus dem Morgenland. Sie sind einem Stern gefolgt (oben in der Mitte und in den kleinen Rosetten) und bringen dem neugeborenen Jesus, der auf dem Schoß seiner Mutter Maria sitzt, Gold, Weihrauch und Myrrhe (Math. 2,9-11). Unter dem zahlreichen Gefolge samt Lasttieren ist auch ein rosa Kamel. In der oberen Zone sind musizierende Engel mit Posaunen und Violen zwischen gotischen Architekturelementen zu sehen. In der Mitte der Rosette ein Bild des Lammes Gottes (Jh. 1, 29) mit der Siegesfahne des Auferstandenen. Es steht als Lamm, das, wie Johannes der Täufer sagt, die Sünden der Welt hinwegnimmt, zum einen für das Opferlamm und damit für den Tod Jesu am Kreuz; die Siegesfahne jedoch ist zugleich Zeichen für die Auferstehung. Die drei großen Fenster im Querhaus und im Chor zeigen die Heilsgeschichte: Jesu Geburt – sein Leben und Sterben – seine Wiederkunft. Dieses erste Fenster zeigt zunächst die Menschwerdung, den neugeborenen Jesus, dem auch Vertreter der nichtjüdisch-heidnischen Völker huldigen. Die Fenster wurden von der 1869 in Düsseldorf gegründeten Hofkunstglasmalerei Hertel und Lersch gefertigt; der Eigentümer der Firma war ein Onkel der Architekten.
Drei Heiligenfiguren
Der hl. Rochus aus Montpellier starb 1379 auf einer Pilgerreise nach Rom, auf der er viele Pestkranke heilte. Er ist als Pilger mit Jakobsmuschel und Pilgerstab dargestellt. Ein Hund brachte ihm, als er selbst einmal an der Pest erkrankte, täglich Brot. Rochus stammte der Legende nach aus einer vornehmen Familie in Montpellier, wo er zunächst in den Dominikanerorden, später in den Franziskanerorden eintrat und Medizin studierte. Auf dem Hin- und Rückweg einer Pilgerreise nach Rom heilte er an vielen Orten Pestkranke. Als er selbst an der Seuche erkrankte, zog er sich in die Einsamkeit zurück, weil man ihn wegen seiner Armut im örtlichen Hospital nicht duldete. Ein Hund brachte ihm täglich Brot, bis er wieder gesund war. Auf dem weiteren Weg als Spion verdächtigt und fünf Jahre gefangen gehalten, starb er 1379 in Voghera bei Pavia im Gefängnis. Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, Art. [Rochus von Montpellier](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienR/Rochus_von_Montpellier.htm)Der hl. Sebastian, ein Soldat der kaiserlichen Garde, wurde unter Kaiser Diokletian (284-305) zunächst an einen Baum gebunden mit Pfeilen beschossen. Er überlebte jedoch und wurde dann zu Tode gepeitscht. Sebastian soll der Legende nach ein Hauptmann der kaiserlichen Garde gewesen sein und in dieser Funktion vielen verfolgten Christen in Rom Beistand geleistet haben. Als Kaiser Diokletian von Sebastians Glauben erfuhr, ließ er ihn an einen Baum fesseln und mit Pfeilen beschießen, bis man ihn für tot hielt. Die hl. Irene pflegte ihn jedoch wieder gesund. Als Sebastian sich erneut dem Kaiser zeigte, ließ dieser ihn zu Tode peitschen und seine Leiche in den Tiber werfen. Durch einen Traum wurde sie aber von Christen entdeckt und in der Katakombe von San Sebastiano an der Via Appia beigesetzt. Der hl. Sebastian ist in der Regel nackt und von vielen Pfeilen durchbohrt dargestellt. Da die Figur ursprünglich zu einem Weihnachtsaltar gehörte, wählte der Künstler hier eine dezentere Darstellung in vornehmer Rüstung mit Pfeil und Märtyrerpalme. Quelle: Ökumentisches Heiligenlexikon, Art. [Sebastian](https://www.heiligenlexikon.de//BiographienS/Sebastian.htm)Der hl. Laurentius wurde, als er dem römischen Kaiser Valerian statt Geld Bedürftige als die Schätze der Kirche brachte, gefoltert und schließlich auf einem Rost über dem Feuer zu Tode gemartert. Der Rost und das Evangelienbuch und die Dalmatik des Diakons sind seine Kennzeichen. Laurentius war als Diakon für die Finanzen und die Versorgung der Armen zuständig. Als der römische Kaiser Valerian (253-260) von ihm die Herausgabe der Kirchenschätze verlangte, gab Laurentius das Geld den Bedürftigen und brachte dem Kaiser stattdessen Arme und Kranke als die wahren Schätze der Kirche. Erbost ließ ihn der Kaiser daraufhin auf einem glühenden Rost zu Tode foltern. Der Legende nach soll Laurentius sich über den Henker lustig gemacht und ihn aufgefordert haben, ihn umzudrehen, da er auf der einen Seite schon durchgebraten sei. Der hl. Laurentius gehört seit der Antike zu den berühmtesten und populärsten Märtyrern. Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, Art. [Laurentius von Rom](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienL/Laurentius.htm)Die drei hölzernen Heiligenfiguren gehörten, nach Farbe und Größe zu urteilen, ursprünglich vermutlich zum Weihnachtsaltar, der jetzt neben der nördlichen Seitentür steht und ursprünglich im nordöstlichen Seitenchor aufgestellt war, ein Werk des Kunsttischlers W. Niehus in Münster. Quelle: Jos. Pieners, Chronik 1834-1937, S. 46.
Pantaleon-Ikone
Der hl. Pantaleon ist der Patron der Kirche. Er war Arzt und soll um 305 wegen seines Glaubens getötet worden sein. Reliquien von ihm wurden vermutlich 1187 von Bischof Hermann II. aus der Pantaleon-Kirche in Köln mitgebracht. Sie sind heute verloren. Pantaleon ist Schutzpatron der Hebammen und Ärzte und zählt zu den 14 Nothelfern. Sein Gedenktag ist der 27. Juli. Die Ikone, die um 1880 in Zentralrussland entstanden ist, zeigt ihn als Arzt mit einem Salbenkästchen und einem Medizinlöffel. Die umlaufenden Bilder erzählen von seiner Lehre, seine Bekehrung, seinen Wundern und seinem Martyrium. Die Verehrung des hl. Pantaleon in der Ostkirche ist schon seit dem Ende des 4. Jahrhunderts, die erste ihm geweihte Kirche in Konstantinopel für die Mitte des 5. Jahrhunderts belegt. Die Heiligenlegende über S. Pantaleon ist Ende des 10. Jahrhunderts in Byzanz aufgezeichnet worden. Danach wurde der hl. Pantaleon als Sohn eines heidnischen Vaters und einer christlichen Mutter in Nicomedien östlich des Bosporus geboren. Früh übergibt Kaiser Maximinian das Kind seinem Leibarzt Euphrosynus zur Ausbildung in der Medizin. Der Greis Hermolaus führt ihn ins Christentum ein. Als auf Pantaleons Gebet hin ein von einem Schlangenbiss getötetes Kind wieder zum Leben erwacht, lässt er sich taufen und empfängt die hl. Kommunion. In der Folge macht Pantaleon einen Blinden sehend und ist den Armen gegenüber barmherzig. Vom Kaiser zu seinem Leibarzt ernannt, wird Pantaleon bald als Christ beim Kaiser verleumdet. Auch die Heilung eines Gelähmten vor dem Kaiser kann diesen nicht überzeugen. Vielmehr lässt er Pantaleon mit Feuer und flüssigem Blei foltern und mit einem Stein um den Hals ins Meer werfen. Doch aufgrund von Gebeten kann das Feuer dem Heiligen nichts anhaben, das Blei erstarrt, der Stein schwimmt, und Pantaleon kann auf dem Wasser laufen. Wilde Tiere verhalten sich ihm gegenüber zahm, und als Pantaleon auf ein Rad geflochten wird, das einen Hang hinuntergerollt werden soll, lösen sich die Fesseln und das Rad tötet Ungläubige. Schließlich kann er am 27. Juli auch erst enthauptet werden, nachdem er Gott für seine Henker um Vergebung gebeten und eine Stimme verkündet hat, dass er nicht mehr Pantaleon, d.h. „ganz Löwe“, sondern zukünftig Panteleimon, d.h. „ganz“ oder „all‘ Erbarmender“ heißen soll. Der hl. Pantaleon gehört als Patron der Ärzte und Hebammen zu den Vierzehn Nothelfern.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Pantaleon](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienP/Pantaleon.htm) [Acta Sanctorum, Bd. 33, 1868, S. 412-420.](https://archive.org/details/actasanctorum33unse/page/n551/mode/1up)
Der Tabernakel
Der Tabernakel, ein Werk von Friedrich Gebhart aus Altenroxel, Lehrer an der Werkkunstschule Münster, stellt einen Lebensbaum dar. Die Bergkristalle symbolisieren die Blüten, die wiederum auf die Frucht, Christus, das Brot des Lebens, hinweisen (Jh. 6,30-58). Im Tabernakel wird das in den Leib Christi gewandelte Brot aufbewahrt.Quelle: Pfarrchronik aus der Zeit von Pfarrer Wilhelm Elting 1959-1974.
Das Fenster des südwestlichen Seitenchores
Im unteren Fenster ist zu sehen, wie Jesus der Nonne Margareta Maria Alacoque (1647-1690) in einer Erscheinung sein Herz zeigt. Hinter ihr steht ein Engel. Im Vierpass darüber ein segnender Christus. Margareta Maria Alacoque, Tochter eines Notars, erkrankte mit 10 Jahren an der Kinderlähmung, wurde aber nach dem Gelübde, in ein Kloster einzutreten, wieder gesund. 1671 trat sie in ein Kloster des Ordens von der Heimsuchung Mariens ein. Ihr Leben lang hörte sie Stimmen und hatte Visionen, die vom Orden aber abgelehnt wurden. Insbesondere soll Christus sie aufgefordert haben, sich für die Verbreitung eines Herz-Jesu-Festes einzusetzen. Erst Jesuiten unterstützten Maria in ihrem Anliegen. Im Jahr 1856 wurde das Herz-Jesu-Fest am Freitag acht Tage nach Fronleichnam von Papst Pius IX. eingeführt. Margareta Maria Alacoque hinterließ erbauliche Schriften, Briefe und eine Selbstbiographie. Das Fenster zeigte ursprünglich eine Krankenheilung durch den hl. Pantaleon, den Patron der Kirche, während an der Stelle des Tabernakels schon damals ein Herz-Jesu-Altar stand. Nachdem das Fenster bei Kampfhandlungen am Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört worden war, hat der damalige Pfarrer, Dechant Könemann, ein besonderer Verehrer des Herz-Jesu-Festes, die heutige Gestaltung des Fensters veranlasst.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Margareta Maria Alacoque](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Margareta_Maria_Alacoque.html) Jos. Pieners, Chronik der Jahre 1834-1937, S. 45
Hl. Antonius von Padua
Der hl. Antonius von Padua, einer der populärsten Heiligen, war ein in Frankreich und Italien berühmter Prediger des Franziskanerordens. Ein nächtlicher Besucher nahm in seiner Kammer einen hellen Schein wahr, der von dem Jesuskind auf seinem Arm ausging. Als ein Mitbruder ihm sein Psalmenbuch entwendet hatte, betete er für den Dieb und erhielt das Buch rasch zurück, weshalb er um Hilfe angerufen wird, wenn etwas verloren gegangen ist. Die Lilie in seiner Linken steht für seine Reinheit. Antonius stammte aus Lissabon und trat 1220 aus dem Augustinerorden aus und in den jungen Franziskanerorden ein. Er war erfolgreich und bekannt als Prediger gegen die Katharer und Waldenser in Frankreich und Italien, aber auch als Bußprediger; berühmt ist die Legende seiner Predigt, die er den Fischen hielt, als man ihn in Rimini nicht hören wollte. Daneben übernahm er verschiedene Aufgaben für seinen Orden. 1230 legte er erschöpft alle Aufgaben nieder und starb im Klarissenkloster bei Padua. Die Statue stammt wie die des hl. Antonius des Eremiten und des hl. Pantaleon aus der Werkstatt des Münsteraner Bildhauers August Schmiemann (1846-1927).Quellen: Ökumenisches Heiligenlexikon,[ Art. Antonius von Padua](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Antonius_von_Padua.html) Jos. Pieners, Chronik der Jahre 1834-1937, S. 46
Ewiges Licht
Das ewige Licht, das, wie sein Name sagt, ohne je gelöscht zu werden, weiterbrennt, ist Zeichen für die ständige Gegenwart Christi in der Eucharistie, die im Tabernakel aufbewahrt wird.
Hl. Agatha
Die hl. Agatha lebte in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts in Catania auf Sizilien. Nach der Legende weihte sie sich jung Christus und wies die Werbung des römischen Statthalters von Sizilien zurück. Dieser ließ ihre Brüste mit Zangen zerreißen, mit Fackeln ansengen und schließlich abschneiden. Nachdem ihr der hl. Petrus in der Nacht Pflege angeboten hatte, starb sie am folgenden Tag auf Glasscherben und glühenden Kohlen. Nach einer anderen Legende soll sie zunächst auf die Insel Malta geflohen und sich in den Katakomben unter der heutigen Agatha-Kirche von Rabat versteckt haben. Ihre Reliquien sollen Schutz vor verschiedenen Gefahren, insbesondere bei Vulkanausbrüchen des Ätna gewährt haben Die barocke, wohl aus dem 18. Jahrhundert stammende Statue zählte mit den drei ähnlichen Statuen im Chor zu einem Altar, der schon in der alten Kirche abgebrochen worden war.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Agatha von Catania](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Agatha_von_Catania.htm)
Hl. Ignatius
Der hl. Ignatius von Loyola (1491-1556) ist der Gründer des Jesuitenordens. Er stammte aus einer baskischen Adelsfamilie und hatte zunächst die Militärlaufbahn eingeschlagen. Während der Genesung nach einer schweren Verwundung 1521 las er Bücher geistlichen Inhalts und begann danach ein Leben als Asket, studierte und gründete 1534 in Paris eine geistliche Gemeinschaft, aus der 1539 die Gesellschaft Jesu, wie sich der Jesuitenorden selbst nennt, hervorging. Der Orden stellte sich gehorsam in den Dienst des Papstes, der ihn vor allem in der Mission und im Kampf gegen die Reformation einsetzte. Ignatius starb in Rom. Er hinterließ neben der Ordensregel ein Buch über geistliche Übungen (Exerzitien) und Tausende von Briefen. Die barocke, wohl aus dem 18. Jahrhundert stammende Statue zählte mit den drei ähnlichen Statuen im Chor zu einem Altar, der schon in der alten Kirche abgebrochen worden war.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Ignatius von Loyola](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienI/Ignatius_von_Loyola.htm)
Hl. Klara
Die hl. Klara (um 1193-1253) ist die Schwester des hl. Franz von Assisi und die Begründerin des weiblichen Zweigs des Franziskanerordens. Sie wird mit einer Monstranz dargestellt, weil sie sich bei einer Belagerung ihres Klosters durch Soldaten Kaiser Friedrichs II. mit einer Monstranz vor die Klosterpforte tragen ließ und damit die Angreifer vertrieb. Klara (um 1193-1253), Schwester des hl. Franziskus, schloss sich früh ihrem Bruder an und gründete den Orden der „Armen Frauen von Sankt Damian“, dessen erste Äbtissin sie wurde und der sich später nach ihr in „Klarissen“ umbenannte. Franziskus entwarf für sie und ihre Gemeinschaft eine eigne Ordensregel nach dem Grundsatz größter Armut. Seit 1224 war sie körperlich so geschwächt, dass sie das Bett nicht mehr verlassen konnte und von dort aus den aufsteigenden Orden leitete. Bei einer Belagerung durch Truppen des exkommunizierten Kaisers Friedrich II. 1240 und 1241 ließ sie sich mit einer Monstranz, einem Schaufgefäß mit der geweihten Hostie, vor die Klosterpforte tragen und vertrieb so die Angreifer. Nachdem mehrere Päpste alternative Ordensregeln entworfen hatten, die das Ideal absoluter Armut abschwächten, verfasste sie selbst 1247 eine Regel, die vieles aus den päpstlichen Regeln übernahm, aber am Armutsideal festhielt. 1253 starb sie und wurde schon 1255 heiliggesprochen. Die erste Lebensbeschreibung verfasste bald darauf Thomas von Celano, der auch eine Lebensbeschreibung des hl. Franziskus geschrieben hatte. Die Monstranz, die die Figur ursprünglich in den Händen hielt, wurde bei der Beschießung des Chores der Kirche am Ende des Zeiten Weltkrieges zerstört.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Klara von Assisi](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienK/Klara_von_Assisi.htm)
Hl. Nikolaus
Der hl. Nikolaus (um 283-um 348) war Bischof von Myra, heute Demre, in der Türkei. Unter den vielen Legenden, die über ihn in Umlauf sind, erzählt eine, dass er drei arme Mädchen vor der Prostitution bewahrte, indem er drei Goldklumpen in ihr Fenster warf. Nach einer anderen Legende soll er drei Kinder, die getötet und eingepökelt worden waren, wieder zum Leben erweckt haben. Nicolaus, angeblich in Patara in Lykien geboren, soll mit 19 Jahren von seinem gleichnamigen Onkel, ebenfalls Bischof von Myra, zum Priester geweiht und Abt des Kloster von Sion nahe seiner Geburtsstadt geworden sein. Weiter heißt es, dass er das von seinen Eltern geerbte Vermögen an die Bedürftigen verschenkt habe. Nach einer Reise ins Heilige Land sei er zum neuen Bischof von Myra gewählt worden. 310 sei er in einer Christenverfolgung gefoltert worden sein, und 325 habe er am Konzil von Nicäa teilgenommen, das das noch heute gebräuchliche große Glaubensbekenntnis formuliert hat. Seit Anfang des 6. Jahrhunderts wird er verehrt und wurde einer der populärsten Heiligen. Neben den beiden oben erwähnten Wundern wird auch erzählt, dass er Seeleuten eines in Seenot geratenen Schiffes erschienen sei und den Sturm besänftigt habe und dass er in einer Hungersnot Korn einer für den Kaiser bestimmten Schiffsladung habe verteilen lassen, dass aber das Schiff am Ende mit voller Fracht beim Kaiser angekommen sei. So wurde Nikolaus der Heilige u.a. der Seeleute und der Kaufleute. Damit trat er in die Nachfolge der griechischen Jagdgöttin Artemis, die ebenfalls als Schützerin der Seeleute galt und deren Tempel Nikolaus zerstört haben soll.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, Art. [Nikolaus von Myra](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienN/Nikolaus_von_Myra.htm)
Rechtes Fenster des Hauptchores
Das Fenster gliedert sich in drei Zonen: Unten ist der Besuch der Königin von Saba bei dem weisen König Salomon von Israel dargestellt (1. Kge., 10,1-13, 2. Chro., 9, 1-12). Darüber ist die sog. Seepredigt Jesu (Mt. 13, 1-52; Mk. 4, 1-33) zu sehen, in der er in Gleichnissen über das Himmelreich spricht, darüber musizieren Engel mit Gamben in gotischem Rankenwerk und in der Rosette ganz oben ist die den Hl. Geist symbolisierende Taube umgeben von den vier Wesen aus dem Buch Daniel (Dan. 7, 1-27), die die vier Evangelisten darstellen: links der Engel für den Evangelisten Matthäus, unten der Löwe für den Evangelisten Markus, rechts der Stier für den Evangelisten Lukas und oben der Adler für den Evangelisten Johannes. Untern steht der Spruch: „Gehet hin und lehret alle Völker!“ (Mt. 28, 19). Die Königin von Saba kam zu Salomon, um sich von seiner Weisheit zu überzeugen. Der König und die Königin überhäuften sich gegenseitig mit kostbaren Geschenken. In der sog. Seepredigt, die Jesus von einem Boot auf dem See Genezareth aus hält, erzählt er mehrere Gleichnisse vom Himmelreich und legt sie anschließend aus. Wie das Spruchband unten am Fuß des Fensters zeigt, stehen die beiden Szenen für die Verkündigung des Glaubens.
Mittleres Fenster des Hauptchores
Im Mittelpunkt des Fensters stehen Passion und Kreuzigung: Unten ist die Ölbergwache zwischen dem Propheten Jesaia links und König David mit der Harfe rechts dargestellt, darüber die Kreuzigung, über dem Haupt Jesu der Hl. Geist in Form einer Taube, die ihre Strahlen über die ganze Erde ergießt, und ganz oben in der Rosette Gottvater mit weit geöffneten Armen und segnender Geste. Unten ist in der Mitte Jesus im Gebet unter den schlafenden Jüngern zu sehen (Mt. 26,36-46, Mk. 14, 32-42; Lk. 22, 39-45): An den Seiten stehen der Prophet Jesaia, der in seinen Liedern vom Gotttesknecht (bes. Jes. 52, 14 - 53, 12), und der König und Psalmdichter David, der in Psalm 21 auf das Leiden Jesu hingewiesen hat. Sie halten Spruchbänder in den Händen, auf denen es in lateinischer Sprache heißt: „Sie teilten meine Gewänder unter sich.“ Und: „Sie durchbohrten meine Hände und Füße, sie zählten alle meine Gebeine“ (Ps. 21, 17f.). Im mittleren Bild hängt Jesus mit Dornenkrone und durchbohrtem Herzen am Kreuz; die rechte Hand zeigt eine Segensgeste. Das Kreuz wird umringt von Maria, der Mutter Jesu, und ihrer Schwester auf der linken Seite, Maria Magdalena zu Füßen des Kreuzes und dem Jünger Johannes auf der rechten Seite (Jh. 19, 25-27); ferner sind der hl. Longinus mit der Lanze und hinten Johannes Nikodemus und Joseph von Arimatäa zu sehen (vgl. Mk. 15,42f. 45f.; Lk. 19,38f.). Am Fuß des Kreuzes der Schädel Adams, dem auch Anteil an der Erlösung zuteil wird. Darunter steht der Schriftzug: „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist“ (Lk. 23, 46). Zahlreiche Engel umgeben den Gekreuzigten; oben links tragen zwei von ihnen die Martersäule und eine Geißel und rechts Hammer und Zange sowie die Leiter zur Kreuzabnahme. Über der Inschrift „I[esus] N[azarenus] R[ex] I[udaeorum] – Jesus von Nazareth, König der Juden“ schwebt die Taube des Hl. Geistes, von dem sich leuchtende Strahlen über die ganze Erde ausbreiten. Oben in der Rosette sitzt Gottvater mit Krone als Weltenherrscher in segnender Geste mit weit ausgebreiteten Armen. Thema des Fensters ist das Heil der Menschen durch die Erlösung im Kreuzestod Christi, in der Aussendung des Heiligen Geistes und im Beistand des Vaters. Das Fenster wurde durch Beschuss von abrückenden deutschen Truppen am Kriegsende schwer beschädigt und wurde danach anhand eines kolorierten Fotos, das 1939 angefertigt worden war, rekonstruiert.Quelle: Gunnar Teske: Die Pantaleon-Kirche in Roxel (2001), S. 22.
Linkes Fenster des Hauptchores
Das linke Fenster zeigt übereinander unten Moses, der dem Volk die Gesetzestafeln mit den Zehn Geboten zeigt, in der Mitte die Übergabe der ‚Schlüssel des Himmels‘ durch Jesus an den Apostel Petrus und oben in der Rosette das Lamm Gottes, von dem zwei Ströme ausgehen, aus denen zwei Hirsche trinken. Wie beim rechten Chorfenster zeigt das untere Fenster eine Szene des Alten Testaments und das mittlere eine des Neuen Testaments. Unten zeigt Moses, erkennbar an den zwei Strahlen, die von seinem Kopf ausgehen (vgl. Ex. 34, 35), dem gesamten Volk, Jungen und Alten, Männern und Frauen, Priestern und Laien, die Gesetzestafeln, die die Grundlage des Alten Bundes bilden (Ex. 19, 21-24). Die Textzeile unter dem Bild: „Weide meine Lämmer, weide meine Schafe“ (Jh., 21, 15-17) weist auf das Bild in der Mitte hin. Unter einer Palme stehend, übergibt Jesus Petrus die Schlüssel des Himmels (Mt. 16, 19). Dieser kniet vor ihm und trägt wie die anderen Apostel einen Hirtenstab, der zugleich zu den Insignien der Bischöfe gehört. Drei Schafe verdeutlichen die Aufgabe der Hirten zusätzlich. Über dieser Szene spielen zwei musizierende Engel Harfe. Das Bild in der Rosette mit den beiden Hirschen, die aus zwei Quellen trinken, stammt aus Psalm 42, 2 und beschreibt darin das Verlangen des Sängers nach Gott; im Bild der Rosette wird dieses Verlangen durch Christus, das Lamm Gottes (Jh. 1, 29), gestillt. Die Rosetten aller drei Chorfenster zeigen noch einmal die Dreifaltigkeit: das Lamm Gottes links, Gottvater in der Mitte und die Taube des Hl. Geistes rechts.Quelle: Gunnar Teske, Die Pantaleonkirche in Roxel, 2001, S. 20-22
Die Kreuzigungsgruppe im Chor
In der Mitte des Chores steht eine Skulpturengruppe, die den Gekreuzigten zwischen seiner Mutter Maria und dem Jünger Johannes (Jh. 19, 26. 30) zeigt. Sie stammt aus der Roxeler Bildhauerwerkstatt von Jan Joseph Wallenhorst. Die Kreuzigungsgruppe zeigt den Moment von Jesu Tod, als er, erlöst zum Himmel aufblickend, ausruft: „Es ist vollbracht.“ Typische Merkmale der Wallenhorst-Werkstatt, der eine Vielzahl von Werken im Münsterland bis nach Niedersachsen zwischen 1777 und 1812 zugeschrieben wird, sind die zarten Glieder, die expressiven Gesten und die starke Überlängung der Figuren. Ursprünglich stand an dieser Stelle ein neogotischer Altar von 1879 aus der alten Roxeler Kirche, während die Kreuzigungsgruppe in der nordwestlichen Seitenkapelle aufgestellt war. Bei der Errichtung des neuen Altars nach dem II. Vatikanischen Konzil wurde der alte entfernt und die Kreuzigungsgruppe, die aufgrund ihrer Größe wohl schon früher einmal als Teil eines Hochaltars gedient haben dürfte, an die jetzige Stelle gerückt. Der Sockel der Kreuzigungsgruppe wurde nach einem Entwurf der Nienberger Bildhauers und Architekten Hubert Teschlade gestaltet und ähnelt in seiner Struktur dem Altartisch.Quellen: Reinhard Karrenbrock: Aspekte einer Kulturlandschaft, in: Westfalen in Niedersachsen, Ausstellungskatalog, Cloppenburg 1993, S. 285f. Gunnar Teske, Die Pantaleon-Kirche in Roxel, S. 20
Der Hauptaltar
Der Altartisch aus Baumberger Sandstein wurde vom Nienberger Bildhauer und Architekten Hubert Teschlade (1921-2014) entworfen und 1970 geweiht. Er stimmt in seiner Struktur mit dem Unterbau der Kreuzigungsgruppe überein. Der Altartisch ist der Ort, an dem gemäß dem Auftrag Jesu beim letzten Abendmahl sein Kreuzesopfer nachvollzogen wird, indem in der Eurcharistie Brot und Wein vom Priester in Leib und Blut Christi verwandelt und dann an die Gläubigen zum gemeinsamen Mahl ausgeteilt werden. Der Altar birgt unter einem Bergkristall Reliquien der hl. Ursula und des hl. Viktor.Quelle: Mechthild Wienker/Hans Rickers, Chronik der katholischen Kirchengemeinde St. Pantaleon Roxel aus der Zeit des Pfarrerst Wilhelm Elting 1959-1974, bearb. von Willi Paus und Franz Weitzel, S. 13
Chorbänke
Das Chorgestühl und die inzwischen abgebrochene Kommunionbank wurden nach Entwürfen des Architekten Hertel gestaltet. Sie nehmen Ornamente und Figuren wie die Drachen auf, die sich auch sonst in der Kirche, z.B. am [Beichtstuhl](https://tours.3dsrv.de/de/tour/b7nf7t15xh?t=m5axc2n94yy&ta=1), finden. Sie sind nach Enwürfen des Architekten Hilger Hertel angefertigt worden.Quelle: Urlsula Markfort, Die Sakralbauten der Baumeisterfamlie Hertel im Bistum Münster, 1996, 1996, S. 160.
Hl. Papst Gregor der Große
Papst Gregor der Große (um 540-604) gehört zu den vier abendländischen Kirchenvätern Er wird wie hier oft mit einer den Heiligen Geist symbolisierenden Taube dargestellt. Nähere Informationen über ihn findest du bei [seiner Statue unter den vier Kirchenvätern.](https://tours.3dsrv.de/de/tour/b7nf7t15xh?t=f73gyoaf0kl&ta=1) Hier ist er allerdings als alter Mann, dort als letzter und damit jüngster der Kirchenväter als junger Mann dargestellt.
Die Fenster der Josefskapelle
Ihr Licht erhält die Kapelle durch vier Fenster, die dem Leben des hl. Josef gewidmet sind. Links ist die Vermählung des hl. Josef mit seiner Braut Maria durch den Hohepriester zu sehen, es folgt halblinks die Flucht nach Ägypten mit Maria und Jesus, dem die Soldaten des Herodes nach dem Leben trachten, halbrechts die hl. Familie, bestehend aus Jesus, Maria und Josef, der seinen Sohn im Handwerk des Zimmermanns unterrichtet, und schließlich ganz rechts der Tod des hl. Josef, begleitet von seinem Sohn Jesus und seiner Frau Maria. Ein Engel hält ein Spruchband mit den Worten: „Beati mortui, qui in Domino moriuntur“ – „Selig die Toten, die im Herrn sterben.“ Die Fenster wurden von der 1869 in Düsseldorf gegründeten Hofkunstglasmalerei Hertel und Lersch gefertigt. Der Eigentümer war ein Onkel der Architekten. Die Verehrung des hl. Josef setzt in der katholischen Kirche erst im 15. Jahrhundert ein und ist erst seit 1621 kirchlicher Feiertag. Insbesondere die franziskanischen Orden und die Jesuiten trugen zur Verbreitung bei; seit dem 19. Jahrhundert wird Josef als Handwerker und Arbeiter verehrt. Bei den Kopten in Ägypten, durch das die hl. Familie auf der Flucht vor König Herodes gezogen war, setzt sie dagegen schon in der Antike ein. Insbesondere erzählt Jesus selbst in einer um 400 vermutlich in Ägypten entstandenen Legende vom Tod seines Vaters Josef.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, [Art. Josph von Nazareth](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Joseph_von_Nazareth.htm) Lexikon der christlichen Ikonographie, [Art. Joseph von Nazareth,](https://archive.org/details/lexikon-der-christlichen-ikonographie-3_202008/Lexikon%20der%20christlichen%20Ikonographie%207/page/n132/mode/1up) Bd. 7, 1974, Sp. 210-221 Siegfried Morenz: Die Geschichte von Joseph dem Zimmermann, übersetzt, erläutert und untersucht, 1951
Gewölbeschlusssteine
Die Gewölbeschlussteine werden von Blattornamenten geziert. Jeder von ihnen ist individuell gestaltet. Einzige Ausnahme bildet [der Schlussstein im Sterngewölbe des Chores](https://tours.3dsrv.de/de/tour/b7nf7t15xh?t=cfs2i2kt0qs&ta=1) mit der Darstellung eines Pelikans.
Schlussstein im Sterngewölbe des Chors
Der Schlussstein im Sterngewölbe über dem Chor zeigt einen Vogel, dem Blut aus dem Rücken und der Brust fließt. Im Sinne der christlichen Bildtradition muss es sich um einen Pelikan handeln, der seine Jungen mit dem Blut aus seiner Brust füttert. Diese Darstellung geht geht auf Kap. 4 des sog. Physiologus zurück, einer Sammlung von Beobachtungen und Betrachtungen über Tiere, Pflanzen und Mnieralien, die wohl im 2. Jahrhundert in Älexandria entstanden ist. Demnach sollen Pelikane von ihrer eigenen Brut angegriffen werden und sie dafür tothacken. Danach würden die Eltern voll Trauer ihre Kinder mit ihrem eigenen Blut wieder zum Leben erwecken. Das bezieht der Autor des Physiologus auf das von Christus beim Abendmahl geopferte Blut. Unter dem Schlussstein, an der Stelle der jetzigen Kreuzigungsgruppe, stand ursprünglich der Altar, auf dem dieses Opfer in der Eucharistie nachvollzogen wurde. Quelle: Lexikon der christlichen Ikonographie, 1971, [Sp. 390-392 (Pelikan)](https://archive.org/details/lexikon-der-christlichen-ikonographie-3_202008/Lexikon%20der%20christlichen%20Ikonographie%203/page/n234/mode/1up)
Hl. Liudger
Der hl. Liudger (um 742-809), Missionar in Friesland und im westlichen Sachsen sowie erster Bischof des Bistums Münster, ist zugleich Patron der Pfarrei, zu der die Gemeinde St. Pantaleon gehört. Liudger soll einer Legende nach ein Gebiet von einer Wildgänseplage befreit haben und nach einer anderen Legende soll er, um eine Quelle zu finden, zwei Gänse mit den Köpfen in einen trockenen Brunnen gesteckt haben und die Gänse sollen an der Ludgerusquelle in Billerbeck wieder aus der Erde herausgekommen sein. Deshalb wird Liudger als Bischof, begleitet von Gänsen, dargestellt. Liudger stammte aus einer adeligen christlichen Familie in Friesland. Er wurde in Utrecht und bei Alkuin in York ausgebildet, bevor er in Friesland als Missionar zu wirken begann. Nach ersten Rückschlägen unternahm er eine Pilgerreise nach Rom, an die sich ein dreijähriger Aufenthalt in Montecassino, dem Mutterkloster des Benediktinerordens, anschloss. Nach weiterer Missionsarbeit in Friesland ernannte ihn Karl der Große 793 zum ersten Bischof des Missionsbistums Münster, wo er das Domstift Münster gründete. 798 gründete Liudger eine Missionszelle in Helmstedt und 799 auf Gütern seiner Familie das Benediktinerkloster Werden (Essen). Er starb auf einer Visitationsreise in Billerbeck und wurde nach seinem eigenen Wunsch in Werden beigesetzt. Drei Lebensbeschreibungen, deren älteste sein Neffe und Nachfolger Altfried verfasste, berichten über sein Leben. Einige Finger und Schnäbel sind aufgrund von Beschädigungen bei Kampfhandlungen am Ende des Zweiten Weltkriegs abgebrochen.Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, Art. [Liudger von Münster](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienL/Liudger_Ludger.htm)
6. Veronika reicht Jesus ein Schweißtuch, auf dem sich das Gesicht Jesu abdrückt.
5. Die Soldaten zwingen den vom Feld kommenden Simon von Cyrene, das Kreuz Jesus mitzutragen (Mk. 15,21; Mt. 27,32; Lk. 23,26).
4. Jesus begegnet seiner Mutter.
3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz.
2. Jesus nimmt das Kreuz auf sich (Jh. 19,17).
1. Jesus wird vom römischen Statthalter Pilatus, der seine Hände in Unschuld wäscht, zum Tode verurteilt und von einem Soldaten abgeführt (Mt. 27,24. 26; Mk. 15,15; Lk 23,24f.; Jh. 19,16).
Stationen 1 bis 10 des Kreuzwegs
Die Bilder zeigen die insgesamt 14 Stationen des Kreuzwegs, des Leidenswegs Jesu bei seiner Kreuzigung. Er geht auf die sog. „Via crucis“ oder „Via dolorosa“ in Jersusalem zurück und dient besonders in der Fasten- bzw. Passionszeit dem Gedenken des Leidensweges Jesu im Gebet. Zehn der Stationen hängen an der Südwand, vier weitere auf der gegenüberliegenden Wand. Der Kreuzweg beginnt ganz links und besteht aus folgenden Stationen: 1. Jesus wird vom römischen Statthalter Pilatus, der seine Hände in Unschuld wäscht, zum Tode verurteilt und von einem Soldaten abgeführt (Mt. 27,24. 26; Mk. 15,15; Lk 23,24f.; Jh. 19,16). 2. Jesus nimmt das Kreuz auf sich (Jh. 19,17). 3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz. 4. Jesus begegnet seiner Mutter. 5. Die Soldaten zwingen den vom Feld kommenden Simon von Cyrene, das Kreuz Jeus mitzutragen (Mk. 15,21; Mt. 27,32; Lk. 23,26). 6. Veronika reicht Jesus ein Schweißtuch, auf dem sich das Gesicht Jesu abdrückt. 7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz. 8. Jesus begegnet den weinenden Frauen (Lk. 23, 27-31). 9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz. 10. Jesus wird seiner Kleider beraubt (vgl. Mt. 27,35; Mk 15,24; Joh, 19,23f.). Die[ Stationen 11 bis 14 ](https://tours.3dsrv.de/de/tour/b7nf7t15xh?t=9yturj8ncia&ta=1)befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite. Die Bilder sind im Stil der Nazarener gemalt, einer Kunstrichtung, die sich Anfang des 19. Jahrhunderts in Rom und Wien entwickelt hatte. Sie suchte insbesondere am Anfang vor allem religiöse Motive und stand dem Katholizismus nahe. Stilistisch orientierten sich die Nazarener an den Malern der Renaissance wie Albrecht Dürer und Raffael. Solche Kreuzwege, deren Stationen auf eine Beschreibung des Hl. Landes von 1590 zurückgehen, dienten dazu, den Leidensweg Jesu auch außerhalb Jerusalems betend nachvollziehen zu können. Die Bilder der 14 Kreuzwegstationen hingen bereits in der Vorgängerkirche und sind vermutlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts angekauft worden.Quelle: [Lexikon der christlichen Ikonographie, Bd. 2,(1970) Sp. 653-656](https://archive.org/details/lexikon-der-christlichen-ikonographie-3_202008/Lexikon%20der%20christlichen%20Ikonographie%202/page/n363/mode/1up)[.](https://archive.org/details/lexikon-der-christlichen-ikonographie-3_202008/Lexikon%20der%20christlichen%20Ikonographie%202/page/n364/mode/1up)
12. Jeus stirbt am Kreuz (Mt. 27,45-50; Mk. 15,33-39; Lk. 23,44-46; Jh. 19,28f.) zwischen seiner Mutter Maria und seinem Jünger Johannes (Jh. 19,25f.) und in Gegenwart von Maria Magdalena (Mt. 27, 55f.; Mk. 15,40f.; Jh. 19,25); neben dem Kreuz der hl. Longinus mit der Lanze, mit der er das Herz des verstorbenen Jesus durchbohrt hat (Jh. 19,31-37), und der römische Hauptmann, der bezeugt, dass Jesus Gottes Sohn war (Mt., 27,54; Mk. 15,39; vgl. Lk. 23,47).
11. Jesus wird an das Kreuz genagelt (Mk. 15,24; Lk. 23,33), das mit der Tafel „Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum“ = „Jesus von Nazaret, König der Juden“ versehen wird (Mt. 27,37; Mk., 15,26; Lk. 23,38; Jh. 19,19); im Hintergrund Maria, der Jünger Johannes und Maria Magdalena.
10. Jesus wird seiner Kleider beraubt (vgl. Mt. 27,35; Mk 15,24; Joh, 19,23f.).
7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz.
9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz.
8. Jesus begegnet den weinenden Frauen (Lk. 23, 27-31).
